Rosenschere / Rebenschere / Gartenschere

Schere, wem Schere gebührt. Große Unterschiede gibt es, die Sie kennen sollten, wenn Sie eine Gartenschere benutzen.

Eigentlich ist das, was man normalerweise als Rosenschere bezeichnet, eine Rebenschere. Sie ist ursprünglich ein Werkzeug aus dem Weinbau, was man sehr gut an einem unauffälligen Merkmal erkennen kann.

Gartenwerkzeuge: Rebenschere Gartenwerkzeuge: Rosenschere

Am Ursprung der Klinge, dort wo die größte Hebelkraft wirkt, befindet sich eine halbrunde Aussparung. Diese ist dazu gedacht, um Drähte zu durchschneiden – dieselben Drähte nämlich, an denen die meterlangen Triebe der Weinstöcke aufgehängt sind. Trotzdem hat sich der Name Rosenschere durchgesetzt, aber nicht nur dafür ist es das richtige Werkzeug.

Wer sich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt hat, wird auch feststellen, dass im Handel meistens „Gartenscheren“ angeboten werden. Es gibt nämlich zwei verschiedene Schnittprinzipien. Das eine ist die Bypass-System, das andere das Amboß-System.

Beim Amboß-System drückt eine scharfe Klinge den zu schneidenden Stengel auf ein flaches Gegenstück und klemmt ihn so ab. Ungünstig ist dabei, dass dabei das Ästchen mit der Rinde auf der breiten Auflagefläche liegt und so zerquetscht werden kann. Aber genau das will der Gärtner nicht, denn um Krankheitsherde zu vermeiden, sind Schnittwunden stets so klein wie möglich zu halten.

Der sauberste Schnitt ist mit einer Schere im Bypass-System zu erreichen, weil dieses Manko dort erst gar nicht auftreten kann. Statt den Stengel im Prinzip abzuquetschen, laufen zwei scharfe Schnittflächen gegeneinander und scheren ihn ab. Es kann also zu gar keiner Beschädigung der Rinde kommen. Obwohl ein paar kleine Quetschungen sicher keine riesige Bedrohung darstellen, sind deshalb Gartenscheren im Bypass-System deutlich im Vorteil.

Dann gibt es noch weitere Merkmale, die eine Billigschere von Qualitätsprodukten unterscheiden. Das Material kann so minderwertig sein, dass man sich blutige Hände holt. Es ist schon öfter vorgekommen, dass bei Billigprodukten die Griffe durchgebrochen sind, sodass man sich den scharfen Druckguss tief in die Handflächen gerammt hat. Dass auch die Feder ständig rausspringt, sich das Griffband sofort auflöst oder die Sicherung nicht funktioniert, kann dabei nur das kleinere Übel sein.

Eine qualitativ hochwertige Rosenschere, so wie im Foto abgebildet, ist eine Anschaffung fürs Leben. Denn jedes Einzelteil kann nachgekauft und ausgewechselt werden. Mit einer frischen Klinge können Sie Bleistifte spitzen und Papier schneiden! Sie wird auch bei professioneller Dauerbenutzung nur unmerklich stumpf.

Gartentipp:
Wenn Sie es nicht schaffen, einen zähen Ast rechtwinklig durchzuschneiden, probieren Sie es mit leichtem Winkel- erstaunlicherweise geht das einfacher!

Gapt Gartenberater: Benutzen Sie zum Schneiden von einzelnen Trieben eine scharfe Rosenschere. Unser Favorit ist die Felco 2, auch deshalb, weil man dafür Ersatzteile wie Klingen und Federn nachkaufen kann. Zum Schneiden von Formen empfehlen wir eine manuelle Handheckenschere.

 
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