Wann ist ein Rosenschnitt im Herbst sinnvoll?

Viele Hobbygärtner fragen sich, ob ein Rosenschnitt im Herbst wichtig und sinnvoll ist. Aber selbst unter gelernten Gärtnern ist diese Frage umstritten. Daher werden wir Ihnen im Folgenden die Gründe erklären, was für und gegen das Beschneiden von Rosen im Herbst spricht.

Woher kommt die Verwirrung beim Herbstschnitt?

Früher, etwa vor zwanzig Jahren, war es üblich, im Herbst die unverholzten Triebspitzen der Rosen zu schneiden. Diese gelten als frostempfindlich, da sie noch nicht vollständig ausgereift sind. Bei Frost können sie schon bei leichten Minusgraden bis zu den verholzten Pflanzenteilen abfrieren.

Man dachte, dass solche erfrorenen Triebe der Gesundheit des Rosenstrauchs schaden könnten. Heute wissen wir jedoch, dass diese Erfrierungen keinen negativen Einfluss auf die Rosensträucher haben. Deshalb reicht meist ein Frühjahrsschnitt aus.

Trotzdem gibt es einige Gründe, die für einen Rosenschnitt im Herbst sprechen. Schauen wir uns diese genauer an.

Rosenschnitt im Herbst sinnvoll

Wann ist ein Rosenschnitt im Herbst sinnvoll?

Sehen wir uns im Folgenden die beiden wichtigsten Gründe an, die Rosen schon im Herbst zu schneiden.

Schutz vor Krankheiten

Rosen können bei entsprechenden Temperaturen auch in Deutschland noch im Dezember blühen. Ein Rückschnitt kann sinnvoll sein, wenn die Witterung so feucht ist, dass die Blätter bereits am Stiel faulen. Eine solche Fäulnis kann eine Gefahr für die Gesundheit der Pflanze sein, weshalb man die betroffenen Stellen vorsorglich zurückschneiden sollte. 

Große Gärtnereien, die Rosen in großen Mengen produzieren, raten oft davon ab.  Allerdings sollte man dabei wissen, dass sie die Pflanzen mit Pestiziden vor Krankheiten schützen, was im eigenen Garten eher unerwünscht ist.

Der Herbstschnitt dient somit der Vorbeugung von Pflanzenkrankheiten während des Winters. Totes Pflanzenmaterial ist ein idealer Nährboden für Pilze, Fäulnis und Infektionen. Damit die dünnen Rosentriebe nicht erfrieren und Totholz bilden, werden sie rechtzeitig abgeschnitten. 

Formschnitt der Rosen im Herbst

Wenn Sie sehr dicht bepflanzte Rosensträucher haben, kann ein Herbstschnitt auch sinnvoll sein. Hier sollten Sie darauf achten, dass die Rosen kein zu dichtes Gestrüpp bilden, das den effektiven Kälteschutz erschwert.

Falls dies passiert, kann man einige kreuz und quer wachsende Triebe ebenfalls etwas einkürzen. Beim Rückschnitt im Herbst müssen Sie nicht auf die Augen achten, da die Pflanze im Frühjahr ohnehin noch weiter zurechtgeschnitten wird. Ziel ist es, so wenig wie möglich abzuschneiden, damit die Strauchbasis zugänglich bleibt.

Die Faustregel lautet hier: Schneiden Sie nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Es sollten mindestens 5 Rosenaugen an einem Trieb übrig bleiben. Zudem kann man nach dem Prinzip der Saftwaage schneiden, d. h. man kürzt die Triebe an einer Pflanze auf der gleichen Höhe. 

Damit will man gewährleisten, dass der Austrieb im Frühjahr gleichmäßig erfolgt. Würde man die Triebe unterschiedliche hoch abschneiden, kann es dazu kommen, dass sie im nächsten Jahr an einigen Stellen stark und an anderen schwach austreiben. Damit würde der Rosenstrauch seine Form verlieren.

Wer seinen Rosen im Winter etwas Gutes tun will, kann sie noch mit etwas Tannenreisig schützen oder in ein Vlies einpacken. Auch die Veredelungsstelle kann mit Erde angehäuft werden, um sie vor Kälte zu schützen. Alternativ eignet sich ein lockerer Mulch dafür.

Vergesst Sie nicht, die Knospen beim Herbstschnitt abzuschneiden. Sie können sie in eine Vase stellen und sich noch daran erfreuen. Bei der Kälte würden sie sonst absterben und am Ende am Stängel verfaulen.

Fazit

Obwohl der Rosenschnitt im Herbst nicht immer zwingend notwendig ist, kann er in bestimmten Fällen sinnvoll sein, um die Pflanzen vor Krankheiten und Kälte zu schützen. Beobachtet eure Rosen und entscheidet individuell, ob ein Herbstschnitt in eurem Garten angebracht ist.

Viel Freude mit Ihren Rosen!

Teilen

 Kommentare zu „Wann ist ein Rosenschnitt im Herbst sinnvoll?“

  1. Ich habe Kletterrosen im Garten habe sie ein bißchen zuviel gestutzt wächst die dennoch wieder im nächsten Jahr Mein Mann schimpft scho wieder rum dass ich zuviel geschnitten habe Mfg Zraunig Doris

    Antworten
    • Liebe Doris,

      machen Sie sich keine Sorgen – Rosen sind zum Glück ziemlich robust! Auch wenn Ihre Kletterrose dieses Jahr etwas stärker zurückgeschnitten wurde, stehen die Chancen sehr gut, dass sie im nächsten Frühjahr wieder austreibt. Gerade Kletterrosen vertragen einen kräftigeren Schnitt meist gut, vor allem wenn sie gesund sind und an einem passenden Standort wachsen.

      Wichtig ist, dass beim Schnitt noch genügend kräftige Triebe mit einigen Rosenaugen (Knospenansätze) übrig geblieben sind – und das klingt bei Ihnen so. Selbst wenn etwas zu viel weggeschnitten wurde, regenerieren sich Rosen oft schneller, als man denkt. Ihr Mann kann also ganz beruhigt sein: In vielen Fällen bringt gerade ein beherzter Rückschnitt frischen Schwung für das nächste Jahr.

      Ein kleiner Trost zum Schluss: Mal etwas zu viel zu schneiden, ist wirklich kein Drama – das passiert selbst erfahrenen Gärtnern. Und Ihre Rose wird Ihnen sehr wahrscheinlich verzeihen. 😊

      Herzliche Grüße und weiterhin viel Freude im Garten!
      Ihr Garten-Team

      Antworten

Einen Kommentar schreiben


Die Angabe des Namens ist optional.
Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung, Verarbeitung und Veröffentlichung der angegebenen Daten durch diese Website einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.