Rasenkante stechen

Rasenkante ohne Stecher. Jedes Ding hat zwei Seiten, und jedes Werkzeug ungeahnte Fähigkeiten.

Gartenarbeiten: Rasenkante stechen Jedes Gartenwerkzeug ist für spezielle Aufgaben vorgesehenen. Das trifft auch auf den Rasenkantenstecher zu. Tatsächlich schreckt der clevere Gärtner aber nicht davor zurück, die einzelnen Geräte ihrer Bestimmung zu entheben. Der erzielte Effekt ist nicht selten eine Vervielfachung der Arbeitsgeschwindigkeit. In diesem Falle mißbrauchen wir eine Flachschaufel, um in Rekordzeit eine perfekte Rasenkante zu stechen.

Der Trick mit der Flachschaufel schlägt alle andere Methoden um Längen, denn ihr Blatt ist doppelt so breit, wie ein herkömmlicher Rasenkantenstecher und um ein Viertel breiter, als ein Spaten. Der Spaten ist für Rasenkanten sowieso ein bißchen problematisch, denn sein Blatt ist leicht gerundet, so daß man nie eine wirklich gerade Linie damit herstellen kann. Nicht so die Flachschaufel. Und bei nicht gerade betonhartem Boden, hat man in unglaublicher Geschwindigkeit sogar mehrere hundert Meter Rasenkante hergestellt.

Optimal für die Anwendung ist, wenn der Boden unter dem Rasen naß ist, denn so kommt man leichter mit dem Schaufelblatt in die Erde. Der aufmerksame Leser wird nun sagen "Da zerlatsche ich mir doch direkt wieder die Rasenkante!". Doch weit gefehlt, denn der eigentliche Trick ist folgender.

Stechen Sie die Flachschaufel so in den Boden, daß das Blatt annähernd senkrecht steht. Dann stellen Sie die Schuhspitze genau hinter das Schaufelblatt. Und nun können Sie, ohne die geringste Mühe, den Rasenabstich über die Stahlkappe Ihres Schuhes nach vorne hebeln. Weil sich ihr Eigengewicht im Schuh auf Ferse und Ballen verteilt, kommen Sie mit den Zehen noch nicht mal in die Nähe der neuen Rasenkante, so daß Sie sie zermatschen könnten.

Eindrucksvoll können Sie das im "Video Rasenkante stechen" nachvollziehen, wobei wir uns wieder mal für die Kürze entschuldigen müssen. Obwohl wir uns vorgenommen hatten, uns ein bißchen mehr Mühe mit den Nebebei-Videos zu geben, war genau dort die Speicherkarte voll. Dennoch spricht das Ergebnis für sich, und wäre ohne Filmen und Fotografieren eine Angelegenheit für ein paar Minuten gewesen.

Nicht gelungene Schwünge können mit einem Unkrautstecher nachgezogen werden und die abgestochenen Grassoden lassen sich prima kompostieren. Zum Schluß kann man noch die Neigung der Beet-Erde zur Rasenkante ausgleichen, indem man einen Handrechen als Steckaufsatz verwendet. Am besten geht das mit seiner Rückseite und auf einem Stiel, aus dem Stand heraus. Wenn man das Beet dann auch noch mulcht, bleibt die Rasenkante länger erhalten und läßt sich über lange Zeit, mit einer Rasenkantenschere einfach nachschneiden. Viel Spaß also, mit Ihrem neuen Gärtnertrick ;-)

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