Löwenzahn anstelle von Rasen

Vor einigen Monaten habe ich einen Kleingarten angepachtet. "Der Rasen sollte mal wieder vertikutiert werden", sprach mein Vorgänger. Allerdings kann man die Grashalme zählen. Das üppige Grün besteht nahezu nur aus Löwenzahn. Meine Frage daher: macht es Sinn zu vertikutieren oder vermehre ich dadurch den Löwenzahn? Wie kann ich diesem zumindest ein wenig Herr werden, sodaß auch die Grashalme eine Chance haben? Ausstechen geht allein von der Menge nicht. Befürchte fast – entweder alles umgraben oder so lassen?

Gapt-Gartenberater:

Löwenzahn als Lebensmittel Vertikutieren hilft leider nicht gegen Löwenzahn. Seine Pfahlwurzeln reichen zu tief, als daß man ihn dadurch zerstören würde.

Es gibt zwar brutale Unkrautvernichter, sowas empfiehlt man aber nicht, wenn man weiß, daß der Klassiker darunter das Nachfolgeprodukt von Agent-Orange ist. Das Entlaubungsmittel mit dem Vietnam großflächig verseucht wurde.

Demnach sollten Sie sich die Mühe machen den Löwenzahn einzeln auszustechen- das können Sie aber auch mit einem Lächeln machen, denn es ist eine Ernte !!!
Aus den Löwenzahnwurzeln kann man einen leckeren Kaffee herstellen, wenn man sie röstet ! Und junge Löwenzahnblätter geben einen tollen Salat. Es ist also kein Unkraut, sondern Lebensmittel… das weiß zwar kaum noch jemand, aber trotzdem findet man Rezepte im Internet.

Ansonsten gibt es auch spezielle Löwenzahnstecher, die im Stehen bedient werden können. Ob sich eine Anschaffung für die Fläche eines Kleingartens lohnt, wagen wir zu bezweifeln. Ein Spaten als Stecher tut’s nämlich auch und so belüften Sie gleichzeitig den Boden.

Zwei hartnäckige Rasenunkräuter sollten sie ebenfalls per Hand entfernen. Das ist das Gänseblümchen und der Breitwegerich. Auch diese beiden sind essbar. Danach könnten Sie vertikutieren, falls das bei den wenigen Grashalmen, die Sie beschreiben, überhaupt noch nötig ist. Der Sinn davon ist nicht irgendwelches Unkraut zu zerstören, sondern abgestorbenes Material, den Rasenfilz, herauszuholen. Eher als Nebeneffekt wird mit den Vertikutiermessern der Boden oberflächlich aufgeschlitzt. Als Belüftung ist das gut und auch zur Lockerung der Erde, damit der neugesäte Rasen besser keimen kann.

Sie sollten den Boden also auch etwas aufkratzen, wenn Sie auf das Vertikutieren verzichten. Dann die Rasensaat etwas einarbeiten. Der zusätzliche Sinn, ist daß der Grassamen nicht beim ersten Windstoß wegfliegt und ihm mehr Feuchtigkeit zur Verfügung steht.

 
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