Magnolie vertrocknet?

Hallo liebe Gartenexperten, dieses Frühjahr haben wir unseren Garten von einem Gartenlandschaftsbauer umgestalten lassen. Eigentlich wurden sämtliche Büsche umgepflanzt (ergab sich irgendwie leider so). Unter anderem unsere vermutlich 40-jährige Sternmagnolie.

Trotz täglichem Wässern (mindestens einer 10l Gießkanne) zeigt sie braune, verwelkte Blätter. Versetzt wurde sie kurz nach ihrer Blüte, also dann, wenn sie in der Regel ihre grünen Blätter bildet. Leider sind die paar Blätter vertrocknet und sie steht nun sehr armselig in unserem Garten.

Das Ganze macht mich sehr traurig und ich frage mich, was der Gala-Bauer mit seinem Gärtner wohl verkehrt gemacht hat. Ich vermute mal, dass zu wenige Wurzeln ausgegraben wurden und das Pflanzloch nicht ausreichend gelockert und mit Rhododendronerde nicht ausreichend verfüllt wurde.

Besteht denn wohl noch Hoffnung, dass die Magnolie dieses Umsetzen überlebt und nächstes Jahr wenigstens Blattgrün, wenn nicht Blüten zeigt?

Gapt-Gartenberater: Für Gärtner ist ein Rückschnitt beim Umpflanzen eine Standardmaßnahme. Denn es gehen dabei unweigerlich Wurzeln verloren. Das bedeutet, dass die reduzierten Wurzeln die bisher bestehenden Äste nicht mehr versorgen können. Folglich sterben einige ab.

Sternmagnolie

Das ist nicht halb so schlimm, wie es für den Betrachter wirkt – es ist eine normale Reaktion Ihrer Sternmagnolie. Doch ein erfahrener Gärtner kann mit dem Rückschnitt beim Umpflanzen erreichen, dass erst gar keine Triebe absterben. Das ist ein bisschen wie Lotterie und beruht auf der blanken Einschätzung des Verhältnisses, wie viele Wurzeln beim Ausgraben verloren gegangen sind, und wie viel man dann an Blattgrün zurückschneidet.

Wird überhaupt nicht zurückgeschnitten, so ist es nicht voraussehbar, ob, welche und wie viele Äste wo abgestoßen werden. Das ist also noch mehr Lotterie.

Darüber hinaus gibt es Pflanzen, die sehr empfindlich darauf reagieren, wenn sie nach dem Umpflanzen nicht mehr dieselbe Richtung zur Sonne haben. Ob die Magnolie dazu gehört wissen wir nicht definitiv, es könnte aber ein zusätzlicher Grund sein.

Dennoch sind wir ziemlich sicher, dass Ihre Magnolie nächstes Jahr wieder fit sein wird. Sie muss nun Äste abstoßen und währenddessen neue Wurzeln bilden. Danach ist das Gleichgewicht zwischen Wurzel und Blattmasse wieder hergestellt. Natürlich kennen wir den derzeitigen Zustand nicht, und können aus der Ferne nicht entscheiden wie tief wir selber Ihre Magnolie zurückschneiden würden. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass bis auf den fehlenden Rückschnitt Ihre Gärtner irgend einen Fehler gemacht hätten, sowas passiert halt mal. Denn es ist ziemlich sicher, dass Ihre Sternmagnolie bisher ohne jegliche Zugabe von saurer Rhododendronerde 40 Jahre gut in dem vorhandenen Boden gediehen ist. Warum sollte sie das nicht an anderer Stelle Ihres Gartens ebenfalls tun?

 
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