Rhododendron richtig schneiden – Profitipps

Wer seinen Rhododendron richtig schneiden will, sollte einige Grundregeln kennen. Hier haben wir für Sie die wichtigsten Informationen zusammengefasst, damit Sie Ihre Pflanzen wieder richtig in Form bringen.

Rhododendron – ein blühendes Ziergewächs

Viele Hobbygärtner pflanzen sich einen Rhododendron in den Garten, da sie seine wunderschöne Blütenpracht lieben. Solange man ihm einen sonnigen Standort gönnt, die Erde leicht sauer ist und er ausreichend Wasser bekommt, wächst er ohne große Pflege vor sich hin. Für andere Pflanzen hat er keinen wirklichen Nutzen. Man pflanzt ihn wegen seiner schönen Blüten. Um sie zu erhalten, ist der richtige Zeitpunkt und Vorgehensweise entscheidend.

Rhododendron richtig schneiden

Zeitpunkt: Wann soll man ihn schneiden?

Als optimaler Schnittzeitpunkt wird oft Ende Mai bis Anfang Juni angegeben, was aber nicht ganz richtig ist. Denn der richtige Zeitpunkt ist direkt nach der Blüte, die je nach Klima und aktuellen Wetterverhältnissen unterschiedlich sein kann. 

Er muss genügend Zeit in der warmen Jahreszeit haben, um neues Grün und neue Knospen zu treiben. Wie bei vielen Frühblühern, wird die nächste Blüte schon im Jahr davor angelegt. Sobald Frost einsetzt, überwintern die neuen Knospen am Ast. 

Haben sie sich im Vorjahr nicht ausreichend entwickelt, gehen sie im nächsten Jahr gar nicht oder erst sehr spät auf. Daher kann man als Faustregel sagen: Je früher nach der Blüte geschnitten wird, desto üppiger kann die Blüte im nächsten Jahr ausfallen.

Wie wachsen Rhododendren?

Wenn die Pflanzen im Garten nicht Spalier stehen müssen, kann man den Rhododendron auch natürlich wachsen lassen. Viele lassen daher der Natur einfach ihren Lauf. Allerdings kann er so ziemlich groß werden und das Licht im Haus nehmen, weshalb ein gelegentlicher Rückschnitt trotzdem angebracht ist.

Natürlicherweise bildet er immer neues Grün an Stellen, an denen er genug Licht bekommt. Da der Rhododendron auch im Winter grün bleibt, wird er dadurch immer voluminöser. Der innere Kern wird dabei aber immer dunkler und blattloser. Da sie ihr Laub auch im Winter nicht abwerfen, sind alte Rhododendren im Inneren völlig kahl. Eine neue Triebbildung kann man hier nur aktivieren, wenn man das äußere Laub radikal zurückschneidet.

Rhododendron am Aufblühen

Ist ein radikaler Rückschnitt möglich?

Wer seinen Rhododendron nach der Blüte regelmäßig stutzt, kann ihn so gut in Form halten. So bleibt immer mehrjähriges Holz übrig, was den Austrieb und das Wachstum antreibt.

Ist er aber zu groß geworden – oder durch fehlende Pflege – völlig außer Form geraten, ist auch ein radikaler Rückschnitt möglich. Hier kann man ruhig beherzt vorgehen, da er auch einen stärkeren Rückschnitt gut verträgt. Der kann bis zum blattlosen Gerippe der Pflanze erfolgen. Sobald die Sonne das Holz wieder erreicht, treibt er dort wieder neu aus.

Je nachdem, wie radikal man den Rückschnitt ansetzt, kann es sein, dass er im folgenden Jahr noch nicht die volle Blütenpracht entwickelt. Damit er sich gut erholen kann, sollten Sie ihn nach dem Schnitt gut und regelmäßig gießen. So erholt er sich am schnellsten. 

Die eigentliche Herausforderung ist, ihn in Form zu schneiden. Denn das Innere ist ein heilloses Gewirr an Ästen, da sich das Wachstum der äußeren Äste immer am Licht orientiert hat. Schneiden Sie es großzügig frei, damit möglichst viel Licht das kahle Holz erreicht. Schon nach wenigen Wochen erholt sich der Rhododendron, treibt wieder üppig grün aus und entwickelt seine neue Form.

Ziel: Rückschnitt für eine üppige Blüte

Ziel des Rhododendronschnitts ist es, den Rhododendron zu einer üppigen Blüte zu bringen. Dabei kann man sich ein Prinzip zunutze machen, nach dem sich viele Blütenpflanzen entwickeln. 

Wir schneiden nach der Blüte, um die Samenbildung zu verhindern. Denn die Samenbildung kostet die Pflanze viel Kraft, die sie nicht in die Bildung neuer Knospen und Triebe stecken kann. Da wir durch den Blütenschnitt die Samenbildung verhindern, wird sie ihre Wuchskraft weiterhin für die Bildung neuer Triebe einsetzen.

Rhododendron Blüten

Pflege nach dem Schnitt

Nach dem Schnitt verliert die Pflanze viel Wasser durch Wunden und Verdunstung. Eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen nach dem Schnitt ist daher eine ausreichende Bewässerung, damit sich die Pflanze so schnell wie möglich erholt.

Rückschnitt eines Hochstamm-Rhododendron

Hochstämmige Rhododendren werden ebenfalls erst nach der Blüte zurückgeschnitten. Die Rückschnitt Möglichkeiten sind die gleichen wie oben beschrieben. Wichtig ist, dass man direkt nach der Blüte schneidet, denn Rhododendren bilden ihre Blüten am mehrjährigen Holz, das mit den Blüten abgeschnitten wird. Welchen Schnitt man wählt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Bei hochstämmigen Rhododendren ist jedoch die Kugelform sehr beliebt.

Rückschnitt im Winter?

Im Winter sollte nur ein Notschnitt durchgeführt werden, d. h. nur die vertrockneten und abgestorbenen Pflanzenteile sowie die alten Samenstände werden entfernt. Denn abgestorbenes Gehölz wird leicht zur Eintrittspforte für Pilze, Bakterien und Schädlinge. Damit ist der Pflegeschnitt beendet!

Ein weiterer Schnitt sollte erst wieder nach der Blüte erfolgen. Da er seine Knospen schon im Vorjahr gebildet hat, kann es passieren, dass man beim Winterschnitt auch Knospen abschneidet und damit die kommende Blütenmenge reduziert. Man schadet der Blüte nicht allzu sehr, solange man nicht zu viel zurückschneidet.

Kleiner Formschnitt ist immer möglich

Abgesehen von einem radikalen Rückschnitt kann man Rhododendron jederzeit ein wenig in Form schneiden, ohne dass die Pflanze Schaden nimmt. Meist gehen dabei einige Knospen verloren. Aber wenn man nur wenig schneidet, hat das keine negativen Auswirkungen auf die Mehrzahl der Blüten. 

Das bedeutet, dass die Pflanze auch gut damit zurechtkommt, wenn sie zu einem anderen Zeitpunkt geschnitten wird. Wer sie stark zurückschneidet, muss aber damit leben, dass sie im nächsten Jahr vielleicht nur mäßig blüht.

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