Ligusterhecke ist abgeknickt

Wir haben bei uns im Gartenverein eine Ligusterhecke, die eine Höhe von 2m hat. Sie ist beim letzten Wind abgeknickt, da sie einseitig belastet ist.

Wir haben bei uns im Gartenverein eine Ligusterhecke, die eine Höhe von 2m hat und eine Länge von 160m, die Stärke beträgt 1,35m. Sie ist beim letzten Wind abgeknickt, da sie einseitig belastet ist.
Was kann man tun, um sie wieder in ihre Ausgangsposition zu bekommen, ohne daß sie Schaden nimmt? Was können Sie mir zum Erhaltungsschnitt raten?

Gapt-Gartenberater:

Ligusterhecke schneidenLiguster ist nahezu unzerstörbar und man kann ihn normalerweise auch ausschließlich mit einer Heckenschere in Form halten. Die Frage nach einem "Erhaltungsschnitt" ist also  eigentlich überflüssig. Liguster ist überaus schnittunempfindlich nimmt auch bei radikaleren Maßnahmen keinen Schaden. Aber eine Hecke, die sich nicht mehr selbst tragen kann, in ihre Ausgangsposition zurückzubinden ist natürlich auch Blödsinn. Der Kern Ihres Problems liegt in der Stabilität der Hecke. Also in Form und Höhe.

Der Grund, warum Ihre 2 Meter Hecke jetzt umgefallen ist, liegt wahrscheinlich an der grundsätzlichen Organisation... in einem Gartenverein schneiden über die Jahre die dazu verurteilten Opfer natürlich nur die weichen Spitzen. Dadurch wird die Hecke immer breiter und höher. Völlig verständlich, daß bei 160 Metern Länge niemand Lust hat sich auch noch um die prinzipielle Stabilität zu kümmern, indem er alle paar Jahre mal tiefer schneidet, als es eine Heckenschere schafft.

Köpfen Sie einfach die Ligusterhecke um 20 Zentimeter bis einen halben Meter und neigen Sie die Seiten leicht ein. Also trapezförmig, sprich nach oben verjüngend. Dabei können und sollten Sie bis weit ins alte Holz schneiden. Das Holz nämlich, das nun zu schwach geworden ist, um das ausladende Gewicht der weichen Grüntriebe zu tragen. Sie werden Feststellen, daß die Außenflächen der Ligusterhecke extrem dicht verzweigt sind, während das Innere verkahlt ist. Kommt aber wieder Licht in die Hecke, treibt sie auch von innen wieder aus.

Das holzige Gerüst der Hecke ist also mit Sicherheit zu schwach geworden, weil immer nur die Spitzen geschnitten wurden. Säbeln Sie die Ligusterhecke also ohne Rücksicht auf Verluste in eine stabile Trapezform, denn (Anfang Juni) ist Liguster noch in vollem Austrieb. Ein zweiter folgt nach Ende des Sommers, so daß die Hecke am Ende des Jahres wieder vollständig grün ist, obwohl Sie möglicherweise beim Schnitt kein Blatt mehr übrig gelassen haben.

Es muß nicht unbedingt die leichte Trapezform sein, gerade und rechtwinklig geht auch. Wichtig ist nur, daß die Ligusterhecke auf allen Seiten bedeutend zurückgeschnitten wird.
Ihre Ligusterhecke wird es Ihnen damit danken, daß sie die nächsten 5 Jahre nicht mehr bei Wind umknickt. Und danach wissen Sie was zu tun ist, wenn es wieder so weit ist.

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