Walnussbaum- sorgsamer Schnitt

Baumschnitt extrem. Sollten Sie vorhaben einen Walnussbaum zu schneiden, müssen Sie genau wissen wann. Wenn nicht, können Sie was erleben!

Es existieren viele Meinungen, wann und wie man einen Walnussbaum schneiden soll. Dies ist bereits im Artikel über das Hintergrundwissen zum Baumschnitt kurz angesprochen (Baumschnitt - Hintergrundwissen). Tatsächlich ist der Walnussbaum sehr empfindlich, wenn man ihn zur falschen Zeit, und zu stark schneidet. Denn dann verliert er seine Säfte und kann buchstäblich verbluten. Ein gefällter oder gekappter Walnussbaum, bei dem die Wurzel noch vorhanden ist, fördert noch wochenlang wahre Quellen an Flüssigkeit aus der Schnittfläche.

Gartenpflanzen: Walnussbaum

Unser Video beweist, dass man alle unterschiedlichen Schnittanweisungen mit Logik angehen muss, und besonders auch für den Walnussbaum das Grundprinzip gilt: geschnitten wird grundsätzlich, wenn es den Bäumen am wenigsten schadet. Also wenn am wenigstenSaft zirkuliert oder/und sie am wenigsten Blattmasse verlieren. Für den überwiegenden Teil der Pflanzen und Bäume ist das zwar eigentlich nicht so wichtig, weil sie nicht übermäßig bluten. Beim Walnussbaum ist es jedoch ein nicht zu unterschätzendes Problem.

Ähnlich wie die gekappten Walnussbaumwurzeln in unserem Video extrem tropfen, verlieren zum falschen Zeitpunkt geschnittenen Äste ihren Saft. Die beste Zeit einen Walnussbaum zu stutzen oder zu reduzieren ist folglich eine Phase mit wenig Saftdruck. Bei der Walnuss verringert sich dieSaftzirkulation schon am Ende des Sommers, weswegen oftmals empfohlen wird, ihn im August schon zu schneiden, obwohl er noch belaubt ist. Damit verliert er zwar eine Menge an gebildetem Blattwerk, doch der Schaden ist geringer, als der Verlust von Unmengen an Pflanzensaft. Bei einem Sommerschnitt können überdies auch die Wunden bis zum Winter verheilen.

Die Phase mit dem wenigsten Saftdruck setzt sich für den Walnussbaum mit dem Herbst fort. Das heißt, dass bis zum Winter ebenfalls ein richtiger Schnittzeitpunkt gefunden werden kann. Erfahrungsgemäß blutet ein Walnussbaum ein paar Wochen bis zum Jahreswechsel auch nicht. Temperaturen und Wetter bestimmen darüber, und das kann man sehr einfach mit einem kleinen Probeschnitt feststellen. Im Winter verliert der Walnussbaum beim Schnitt zwar kein wertvolles Blattwerk, die Heilungsmechanismen für die Wunden sind aber nicht aktiv.

Deshalb sollte ein Winterschnitt nur bis etwa Januar durchgeführt werden. Schneidet man später, könnte folgendes passieren; wird es im Frühling langsam etwas wärmer, beginnt der Walnussbaum trotzdem an zu bluten, obwohl der Schnitt schon 3-4 Wochen zurückliegt. Die relativ frischen Wunden können dann dem Saftdruck nicht standhalten.

Das Prinzip beim Walnussbaum ist also ihn dann zu schneiden, wenn er eben nicht blutet. Der Zeitraum von Mitwinter bis Sommer scheidet also aus. Mit Logik und Beobachtungsgabe kann man auch bei anderen Pflanzen keinen Fehler machen. Doch wie bereits erwähnt, richtet man bei den meisten anderen Bäumen keinen bleibenden Schaden an, auch wenn man außerhalb der Saftruhe mal ein Ästchen wegsägt.

Gartenpflanzen: Walnussbaum, klein

Falls dennoch mal ein Walnussbaum zum falschen Zeitpunkt geschnitten werden muss (Windbruch o.ä.) und übermäßiger Wundfluss auftritt, kann man versuchen die Schnittflächen mit Baumwachs zu verschließen. Dies ist heutzutage zwar keine gängige Praxis mehr ist, kann aber (sofern es sich im Einzelfall überhaupt auftragen lässt) den Flüssigkeitsverlust vermindern. Normalerweise ist es besser die Schnitte offen zu lassen, damit sich unter dem Wachs keine Pflanzenkrankheiten festsetzen können. Doch auch wenn eine extrem tropfende Wunde dramatisch aussieht, wird sie den Walnussbaum nicht so einfach umbringen. Es ist seine natürliche Abwehrreaktion, um die Wunden sauber zu halten.

Gartentipp: Das Laub des Walnussbaums gehört nicht auf den Kompost. Seine Blätter verrotten schlecht und enthalten viel Gerbsäure. Kleinere, zerhäckselte Mengen sind aber unbedenklich.

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