Baumschnitt - Hintergrundwissen

Bäume entwickeln sich, das Wetter entwickelt sich. Beide bilden ein voraussehbares System. Folgen Sie einfach der Logik des Wachstums, und Sie kennen den richtigen Zeitpunkt für den Baumschnitt!

Gartenarbeiten: Baumschnitt Prinzipiell braucht kein Baum einen Schnitt ! Denn es ist immer ein unnatürlicher Eingriff, der die Lebenszeit des Baumes durch Verlust von Nährstoffen und Ausbreitungsfläche verringert. Doch für uns Menschen gibt es einige sehr gute Gründe sie dennoch zu schneiden. Beispielsweise um einen ausufernden Baum im Zaum zu halten, um Gefahr durch Sturmschäden und abbrechende Äste abzuwenden oder den Ertrag von Obstbäumen zu steigern. Diese drei Gründe nennen wir hier mal Formschnitt, Entlastungsschnitt und Ertragsschnitt.

Grundsätzlich ist es für den Baum immer am besten ihn zu schneiden, wenn er bereits sein Laub verloren hat. Dann hat er nämlich seine Säfte wieder zurück in Stamm und Wurzel gezogen und verliert die wenigsten Nährstoffe. Für den Gärtner ist es ebenfalls am besten, da er ohne Laub genau erkennen kann wo er schneidet und andererseits auch weniger Pflanzenmaterial anfällt. Die baumbioloisch günstigste Zeit für den Baumschnitt ist der späte Winter, bis zum ersten Austrieb. Einige Bäume sollte man tunlichst gar nicht schneiden, da sie dann anfällig für Pflanzenkrankheiten werden oder möglicherweise ganze Äste absterben lassen. Dazu gehört der Ahorn (von dem es aber auch schnittfeste Züchtungen geben soll), sowie die Magnolie (Besentriebe). Die Walnuß ist ein Sonderfall, denn über den Zeitpunkt ihres Schnittes gibt es völlig unterschiedliches Gärtnerlatein. Fakt ist, daß sie nach einem Schnitt im Winter und Frühjahr dazu neigt ganze Quellen von Pflanzensaft aus den Wunden tropfen zu lassen. Deshalb sagt die Logik, daß es für stark blutende Bäume wie die Walnuß am besten ist sie dann zu schneiden, wenn sie nicht tropfen. Etwa noch im belaubten Zustand, am Ende des Sommers. So verlieren sie zwar viel Blattgrün, bluten aber nicht aus und haben noch genügend Zeit für die Wundheilung bis zum Winter. Testschitt ansetzen!

Der Schnitt von Nadelbäumen ist eine eigene Kunst, denn fast alle treiben nur noch an den Astspitzen nach. Das bedeutet, daß jeder Schnitt genau überlegt sein muß, damit kein halbtotes Gerippe übrig bleibt. Bei Laubbäumen gilt die Regel, daß jeder Schnitt ein Wuchsanreiz ist und dadurch mindestens 2 neue Triebe gebildet werden. Je nach Stärke des Schnittes sind es aber meistens viel mehr. Wo am geschnittenen Ast wieder kleine Ästchen wachsen werden kann man an den "Augen" erkennen. Das sind kleine Verdickungen am Ast, bei denen die Fähigkeit zum Austrieb bereits angelegt ist. Daneben gibt es noch "schlafende Augen", die sich von der restlichen Rinde nicht unterscheiden, aber trotzdem triebfähig sind.