Holunderbüsche wachsen nicht mehr

Mein Holunder verkümmert. Die winzigen Austriebe wachsen nicht weiter. Was kann ich tun?

Absenker eines Holunderzweiges wuchsstarker Holunder

Vor 2 Jahren habe ich zwei Holunderbüsche gekauft, weil ich einerseits die Blüte schön finde und andererseits für die vielen Vögel in unserem Garten für etwas Futter sorgen wollte. Im letzten Jahr waren die Büsche schwarz vor Läusen, die ich mit Schmierseifenwasser versucht habe zu vertreiben. Ist mir gelungen, aber seitdem sind die Blätter an den Büschen schwarz geworden, abgefallen und es gab kein Wachstum mehr. Auch in diesem Frühjahr konnte ich nur ganz kleine und winzige Austriebe feststellen, die nicht weitergewachsen sind. Ich habe im vergangenen Jahr mit die Büsche sogar mit einem Dünger versorgt und regelmäßig gegossen - leider habe ich bisher damit keinen Erfolg gehabt.
Gibt es noch Hoffnung und könnten sich die Büsche tatsächlich noch erholen? In meiner Region wachsen Holunderbüsche an den Feldrändern, um die sich niemand kümmert ganz prächtig und die in meinem Garten scheinen zu verkümmern. Kann es sein, dass ich zuviel getan habe mit meinem Düngen? Für einen Rat wäre ich sehr dankbar, denn ich möchte die Büsche nicht so einfach verloren geben - tue ich bei allen meinen Anpflanzungen auch nicht.

Gapt-Gartenberater:

Was Sie beschreiben hört sich nicht nach Überdüngung an, sondern nach Wurzelfraß oder Wurzelfäule. Ob Engerlinge oder andere Insektenlarven oder Wühlmäuse oder Sonstwas bleibt natürlich für uns ungewiss. Holunder wächst normalerweise in der Vegetationsperiode explosionsartig- auch starker Befall mit Blattläusen stört ihn nicht sonderlich, bis auf dass die Blätter verkrüppeln. Ansonsten sind Holunder unzerstörbar, man kann sie sogar ebenerdig absägen und sie schlagen wieder aus. Es ist folglich also durch Blattlausrüssel gar nicht möglich einen Holunder umzubringen, auch wenn er "kahl gesaugt" wird.

Sicher scheint zu sein, dass das Problem an der Wurzel, also im Boden liegt. Ebenso könnten es Spritzmittel sein, vielleicht vom Nachbarn, die sich im Boden anreichern. Sowas mag der Holunder nicht, ansonsten ist er nahezu gegen alles resistent. Wurzelfäule wäre auch noch eine Option, doch so einen Fall hatten wir bei einem Holunder aber noch nicht. Liegt vielleicht daran, dass es für die meisten Gartenbesitzer lästiges Unkraut ist.

Wir kennen die Größe Ihrer Holunderbüsche nicht. Aber eine Maßnahme wäre einen kompletten Holunderbusch stark zurückzuschneiden, auszupflanzen, die Wurzeln abzuwaschen und die Erde im Pflanzloch großräumig auszutauschen. Riechen Sie währenddessen mal an den Wurzeln. Wenn es stinkt, wissen Sie Bescheid, dann ist es Wurzelfäule. Ebenso sollten Sie darauf achten ob die Wurzeln angefressen oder verkümmert sind oder ob Sie irgendwelches Viehzeugs im Boden finden.

Erst nach ein paar Wochen wird man etwas erkennen. Dennoch ist es die einzige Maßnahme, die Erfolg verspricht, und sogar fast garantiert.
Nebenbei können Sie als Testobjekt Stecklinge oder Absenker von Ihren Holunderbüschen machen und separat aufziehen. Sollten auch die die gleichen Symptome zeigen, ist es irgend eine Pilzinfektion, die wir leider nicht per Internet diagnostizieren können. Aber der Holunder ist generell sehr robust und auch deshalb die Wahrscheinlichkeit dafür ziemlich gering.
Also probieren Sie mal Ihr Glück! ;-))

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