Rasen anlegen: Anleitung zum Verlegen von Rollrasen

Wer Rollrasen erfolgreich verlegen will, sollte wissen, wie man den Boden vorbereitet, ihn auslegt und anschließend pflegt. Damit Sie sich einen Überblick über die wichtigsten Punkte machen können, haben wir für Sie im Folgenden das nötige Grundwissen beschrieben.

Rollrasen Basics: Was sie wissen sollten

Bevor wir mit der Anleitung beginnen, wollen wir zunächst einige grundlegende Fragen beantworten: Was ist Rollrasen? – Welche Vorarbeiten sind notwendig? – Wie wird er hergestellt? – Welche Arbeiten erwarten Sie?

Was ist Rollrasen? Rollrasen unterscheidet sich im Wesentlichen nicht vom normalen Rasen. Er wird in großen landwirtschaftlichen Betrieben vorgezogen und dann mithilfe von Maschinen vom Boden abgerollt. Nur in einem Punkt unterscheidet er sich von selbst gesätem Rasen: Man spart sich die Aussaat und muss nicht warten, bis die Keimlinge aufgehen. Ansonsten hat er keine anderen Eigenschaften, außer dass die Aussaat und die Keimung übersprungen werden.

Ist der Rollrasen erst einmal angewachsen, braucht er genauso viel Pflege wie selbst angelegter Rasen. Bei unzureichender Pflege wird auch er von Unkraut überwuchert, es kann sich Rasenfilz oder Moos bilden. Wenn man ihn erhalten will, muss man bereit sein, ihn mit der gleichen Sorgfalt zu pflegen, wie es bei einem natürlich gewachsenen Rasen der Fall wäre. Es gibt keinen perfekten Rasen ohne einen fleißigen Gärtner.

Rasen anlegen mit Rollrasen

Vorarbeiten Überblick

Bevor Rollrasen verlegt werden kann, sind Vorarbeiten notwendig. Ein gut vorbereiteter Boden gewährleistet, dass der Rollrasen gut und schnell anwächst und sich auch langfristig optimal entwickeln kann. Die Vorbereitungsarbeiten müssen vor der Verlegung durchgeführt werden. Zu den wichtigsten Vorarbeiten gehören folgende Arbeiten:

  1. Alte Grasnarben müssen entfernt werden. Es darf nur purer Mutterboden (ohne Unkraut etc.) übrig sein. Prüfen Sie auch, ob der Boden wasserdurchlässig ist, denn die jungen Wurzeln vertragen keine Staunässe und würden im Schlamm nur verfaulen. 
  2. Der Boden muss aufgelockert werden, damit die Wurzeln anwachsen können. In diesem Zuge kann man gleich – falls der Mutterboden zu sandig ist – noch zusätzliche Erde beimischen.
  3. Die Erde sollte eben sein, d. h. keine Mulden aufweisen, die später Pfützen werden können. 
  4. Der Boden ist so weit verdichtet, dass man beim Betreten nicht mehr einsinkt.  
  5. Direkt vor dem Verlegen muss der Boden gut gewässert und aufgeraut werden.

So weit zum Überblick. Auf relevante Details werden wir in der folgenden Anleitung noch genauer eingehen. Die gleichen Vorarbeiten sind nötig, wenn nur einige Löcher im Rasen geschlossen werden sollen. Wird der alte Rasen darunter belassen, verfault der darüber gelegte Rollrasen! Ohne Vorarbeiten geht es also nicht.

Immerhin spart man sich mit Rollrasen viel Arbeit. Er hat den Vorteil, dass er den nackten Boden sofort bedeckt. Er wird einfach wie ein Teppich ausgerollt. So ist der Boden in kurzer Zeit wieder mit saftigem Grün bedeckt.  Beachten Sie, dass es etwas dauert, bis er richtig angewachsen ist. In der Zwischenzeit ist es ratsam, den Boden möglichst wenig zu beanspruchen. Das Einwachsen der jungen Wurzeln in den Mutterboden braucht seine Zeit. Rechnen Sie mit ca. 2 Wochen Ruhezeit, bevor der Boden normal betreten oder anderweitig belastet werden kann. 

Anleitung: Rollrasen verlegen

Das Wichtigste beim Verlegen von Rollrasen sind die Vorarbeiten. Diese müssen gewissenhaft ausgeführt werden, damit es später keine Probleme gibt. Sehen wir uns nun im Detail an, was man über den Boden wissen muss und wie man ihn vorbereitet. 

Rasen mag keine Staunässe, d. h. es ist eine entsprechende Vorbereitung des Bodens im Vorfeld notwendig, um ein übermäßiges Wachstum von Unkraut und Moos zu verhindern. Durch einen wasserdurchlässigen Boden unter der Rasenfläche kann man dem Rasen einen Vorteil verschaffen. Auf diese Weise verhindern Sie von Anfang an ein Überhandnehmen von Moos und unerwünschten Wildkräutern. 

Der erste Schritt ist die Vorbereitung des Oberbodens und, wenn nötig, die Verbesserung der Bodenqualität. Dazu muss jeglicher alter Bewuchs und die Grasnarbe entfernt werden, damit sich darunter nichts verfaulen kann. 

Bei lehmigen Böden ist das Einmischen von ausreichend Quarzsand wichtig, um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen. Der Grund dafür ist, dass der gewaschene Sand keine Feinanteile mehr enthält, die den Boden wieder verkleben könnten. Entsprechender Sand wird in jedem Baustoffhandel für wenig Geld angeboten.

Je nach Bodenzustand kann die Menge stark variieren. Durch das Einarbeiten von Rindenhumus oder Kompost können dem Boden zusätzlich Nährstoffe zugeführt werden. Der Sand und der Kompost wird mit dem Mutterboden sorgfältig vermischt. Das Ergebnis ist ein sehr weicher Untergrund, der möglichst eben sein sollte.

Zur Einebnung des Bodens kann bei kleineren Flächen ein Rechen, bei größeren Flächen eine Rasenwalze verwendet werden. Darüber hinaus wird der Boden so weit verdichtet, dass beim Betreten der Fläche keine tieferen Mulden mehr entstehen, die sich später zu tiefen Pfützen entwickeln können. 

Das Ziel ist es also, einen gleichmäßig verdichteten Boden zu erhalten, der nicht mehr in sich zusammensackt. Auch dann nicht, wenn er sich, zum Beispiel nach einem Regen, mit Wasser vollgesogen hat. Verteilen Sie die Erde mit einem Rechen, bis Sie nirgends mehr einsinken, wenn Sie darüber gehen.

Hinweis: Rollrasen hat eine Höhe von ca. 5 cm. Berücksichtigen Sie also, wie hoch der Mutterboden plus Rollrasen sein wird, wenn Sie die Höhe des Bodenniveaus festlegen. 

Anleitung Rollrasen verlegen

Mithilfe einer Wasserwaage können Sie überprüfen, wie eben der Boden ist und in welche Richtung das Regenwasser in Zukunft abfließen wird. Auf diese Weise können Sie sich vergewissern, wo das Regenwasser verbleibt bzw. wo es sich im Falle eines Starkregens sammelt.

Am Tag der Rollrasenverlegung wird der verdichtete Boden nochmals aufgeraut und ausgiebig gewässert. Ziel ist, dass die Wurzeln des Rollrasens optimale Bedingungen für ein schnelles Anwachsen haben. 

Sind alle Vorarbeiten abgeschlossen, wird der Rollrasen nur noch ausgerollt und die einzelnen Abschnitte möglichst passgenau aneinander gelegt. Mit einem Messer lassen sich Endstücke, Rundungen oder Abschrägungen leicht anpassen. 

Wenn die Verlegung fertig ist, ist es wichtig, dass der Rasen regelmäßig mit Wasser versorgt wird. Es ist wichtig, dass die jungen Wurzeln zu keinem Zeitpunkt austrocknen. Bis sie mit dem Mutterboden verwurzelt sind, dauert es etwa zwei Wochen bis einen Monat. 

In dieser Zeit darf er nicht oder nur sehr vorsichtig belastet werden. Spätestens nach einem Monat sollte er jedoch so weit eingewurzelt sein, dass ein „normales“ Betreten wieder möglich ist. Wenn Sie den Rasen in der Folgezeit gut pflegen, werden Sie lange Freude an Ihrem schönen Rasen haben. 

Rollrasen Ausschnitt

Rollrasen auf lehmigem Boden

Rollrasen auf Lehmböden kann zu größeren Problemen führen. Lehmböden haben eine hohe Dichte und es dauert sehr lange, bis sie in der Lage sind, Wasser aufzunehmen und zu speichern. Das bedeutet, dass sich das Wasser nach einem Regen in der Regel oberhalb der Lehmschicht sammelt und staut. 

Würde man darauf Rollrasen verlegen, wären dessen Wurzeln einer Staunässe ausgesetzt. Das vertragen sie nicht gut. Sie würden faulen, während bestimmte Unkräuter nasse Füße lieben. Die Folge wäre das Absterben des Rasens und das Wachsen eines neuen Unkrautfeldes. Aber auch bei Trockenheit hat der Lehm die Eigenschaft, hart zu werden und Risse zu bekommen. Auch dies würde für die Wurzeln des Rasens ein großes Problem darstellen.

Um Rollrasen erfolgreich auf lehmigem Boden zu verlegen, muss dieser zunächst vorbereitet werden. Dies geschieht in der Regel dadurch, dass der lehmige Boden bis zu einer Tiefe von ca. 30 cm ausgehoben und anschließend mit feinem Quarzsand vermischt wird. Der Sand muss so gut eingearbeitet werden, dass der neue Oberboden bei der Bewässerung nicht zusammenklebt, also wasserdurchlässig bleibt. 

Es wird empfohlen, reinen Quarzsand zu verwenden und auf keinen Fall Bausand oder andere Sandmischungen, die bereits einen Lehmanteil enthalten. Es wird empfohlen, den Sand etwas gröber zu wählen, um zu verhindern, dass er in der Lehmmischung wieder verklebt.

Die richtige Mischung hängt von der Konsistenz des Mutterbodens ab. Hier können Sie selbst testen, wie viel Sand für die Durchlässigkeit des Oberbodens erforderlich ist. Nehmen Sie einfach einen Teil Ihrer Mischung zwischen die Finger, machen Sie sie nass und prüfen Sie anschließend, ob sie noch zusammenklebt. Die Mischung hat die richtige Konsistenz, wenn sie von selbst auseinanderfällt.

Rollrasen über alten Rasen verlegen

Rollrasen über einem alten Rasen anzulegen, hat meist den Grund, dass der alte Rasen nichts geworden ist. Zwar kann man mit einer entsprechenden Vorbereitung darüber auch Rollrasen verlegen, was aber keinen Sinn macht, wenn man die Gründe nicht kennt, warum der alte Rasen eingegangen ist.

Die häufigste Ursache für ein Verkümmern des Rasens sind mangelnde Pflege, zu wenig Wasser und ein schlechter Boden. Erst wenn man diese Ursachen beseitigt, hat der neue Rollrasen eine Chance.

Um den alten Boden aufzubereiten, sollte man zuerst die alte Grasnarbe entfernen. Hierzu kann man das Restgras mit der Motorsense bis zum nackten Boden abmähen. Anschließend müssen Unkräuter ausgestochen und der Boden vertikutiert werden.

Prüfen Sie dabei auch, ob die Bodenqualität stimmt, d. h. beispielsweise, ob der Boden genügend wasserdurchlässig ist. Wenn nicht, können Sie die Technik – wie oben bei der Aufbereitung von Lehmboden beschrieben – anwenden. 

Falls es an Nährstoffen gemangelt hat, können beim Umgraben noch Rindenmulch und Kompost beigemischt werden. Denken Sie auch daran, die Bodenhöhe des Mutterbodens entsprechend anzupassen, da der Rollrasen eine Höhe von ca. 5 cm haben wird. Sobald Sie mit der Aufbereitung des Bodens fertig sind, können Sie den neuen Rollrasen verlegen. Anschließend gelten dann die gleichen Regeln, die wir schon in der Anleitung beschrieben haben.

Rollrasen über Rasen verlegen

Wann kann man Rollrasen verlegen?

Die beste Zeit, den neuen Rollrasen zu verlegen, beginnt etwa ab Mitte Mai, d. h. im Frühjahr, sobald keine Nachtfröste mehr auftreten. Die Sonne wärmt den Boden bereits so gut, dass Wasser gut eindringt und die Wurzeln ihr Werk tun können. Außerdem hat man so frühzeitig den Vorteil, dass der Rollrasen bis zum nächsten Frost gut verwurzelt ist und damit den kommenden Winter gut übersteht. 

Ein Verlegen ist bis in den frühen Herbst möglich. Bedenken Sie dabei, dass der Rollrasen etwa 1 Monat braucht, um ausreichend zu verwurzeln. Er muss also immer noch vor dem Winter genug Zeit haben, um anzuwachsen.

Als Faustregel kann man sagen, dass Rasen sein Blattwachstum bei ca. 5 °C einstellt, sein Wurzelwachstum aber erst kurz über dem Gefrierpunkt. Solange noch Temperaturen über 10 °C herrschen, wächst er noch halbwegs gut. Damit können Sie – je nach Wetterlage – in etwa vorhersehen, ob ein Anwachsen des neuen Rasens noch vor dem Winter möglich ist.

Angemerkt sei, dass es manche Fachbetriebe gibt, die sogar im Winter Rollrasen verlegen. Dies ist also ebenfalls möglich, braucht jedoch so viel Know-how, dass man es nicht selbst, sondern von einem Fachmann machen lassen sollte.

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