Rhabarber - wird er nach der Blüte giftig?

Ist Rhabarber ab Juni giftig? Wir gehen diesem Gartenmärchen auf den Grund!

Nun folgt die Korrektur von Rhabarber-Gelaber. Denn es geht immer wieder das Gerücht um, Rhabarber sei ab Juni giftig. Das ist natürlich Unsinn, dieses Gartenmärchen wurde aus völlig anderen Gründen erfunden.

Rhabarber und Oxalsäure

Wird Rhabarber giftig? Richtig ist jedoch, dass der Gehalt von Oxalsäure im Verlauf des Jahres steigt. Der klassische Stichtag, an dem 'man' sagt, Rhabarber sollte nicht mehr geerntet werden ist der 24. Juni, den man auch Johannistag nennt. Je näher das Datum in Richtung Sommer rückt, desto höher wird die Konzentration, insbesondere in der Schale der Stengel. Auf einen gesunden, erwachsenen Menschen hat das aber keine Auswirkung, nur Kinder und Nierenkranke sollten Vorsicht walten lassen. Die Oxalsäure hemmt nämlich die Aufnahme von Eisen. Von Giftigkeit kann also nicht gesprochen werden, erst ab einem Verzehr von etwa einem Kilo rohem, ungeschälten Rhabarber treten erste Symptome auf. Und der Mensch muss erst noch erfunden werden, der es schafft zwei Pfund des sauren Zeugs ohne Brechreiz zu verdrücken.

Rhabarber schälen, kochen oder backen

Das sind Verarbeitungsmethoden, die den Oxalsäuregehalt nochmals drastisch reduzieren. Wer also nicht vorhat Rhabarber-Rohkost zu sich zu nehmen, könnte folglich sorgenfrei das ganze Jahr über Rhabarber ernten. Doch das Wort "könnte" führt uns schließlich zu dem wirklichen Grund, warum Rhabarber ab ungefähr der Mitte des Jahres nicht mehr geerntet werden sollte. Er ist erschreckend simpel.

Bis wann Rhabarber ernten?

Rhabarber ernten Rhabarberblüte

... bis zu dem Zeitpunkt, an dem er noch genügend Zeit hat für sich selbst zu sorgen! Denn das Jahr ist kurz für den Rhabarber und wenn man noch mehr erntet, kommt das einer Rodung gleich! Soll der Rhabarber also im nächsten Jahr genau so üppig sprießen wie zuvor, braucht er ab der Mitte des Jahres Schonung. Er hat ja vorher schon einen Großteil seiner Blätter eingebüßt, und der klägliche Rest muss das unterirdische Wurzelwerk fit für das nächste Frühjahr machen. Das ist die einzige Begründung für dieses Ammenmärchen, das mit Gift und Tod und Verderben droht.

Um die Regenerationsphase noch zu optimieren kann man die (wunderschöne) Blüte im Juni abschneiden, damit die Samenbildung keine weitere Kraft verschwendet. Schlußendlich haben wir wieder mal eine Pflanze verstanden und die Fake-News-Rhabarberwelt gerettet ;-)