Maronen / Esskastanien

Schmackhafte Maronen (Esskastanien) zuverlässig erkennen, selbst sammeln und zubereiten - im Herbst und Winter.

Es ist erschreckend, dass kaum jemand den Unterschied zwischen Kastanien und Esskastanien kennt. Dabei schmecken sie doch nur so gut, wenn man sie nicht am Wegesrand liegen lässt !
Maronen sind eine Art vergessenes Superfood, denn sie sind glutenfrei und kalorienarm, reich an Kohlehydraten und essentiellen Aminosäuren. Warum sollte man diese Delikatesse also den Wildschweinen überlassen? Die Ess- oder Edelkastanie (Castanea Sativa, auf Latein), ist nicht nur eine Leckerei des Mittelmeerraumes, sondern kommt auch häufig in Deutschland vor. Unsere Ernte stammt aus dem Norden Frankfurts, am Fuße des Feldbergs, wo es ganze Wälder davon gibt.

Einzelne Blätter der Esskastanie.

Die Blätter der Edelkastanie sind länglich und deutlich gezackt.

Aber damit zur Unterscheidung von edler Esskastanie und nicht essbarer Rosskastanie, die in Deutschland deutlich häufiger vorkommt. Zunächst muss man natürlich den Baum selbst erkennen, und das nur anhand der sichtbaren Merkmale während der Erntezeit ab Oktober. Edelkastanien haben im Gegensatz zu Rosskastanien einzelne Blätter an den Zweigen, und nicht fünfblättrige, wie die ungenießbare Sorte. Die Blätter der Edelkastanie hingegen sind länglich und die Blattränder deutlich gezackt. Außerdem wachsen die Äste eines älteren Maronenbaums sehr oft waagerecht, was ihn von der Wuchsform eines Rosskastanienbaums deutlich unterscheidet.

Extrem stachelige Samenkapseln der Maronen. Die essbare Maronenfrucht hat eine klar behaarte Spitze.

Noch einfacher wird die Erkennung durch die Samenkapseln, die zur Erntezeit meist in dicken Schichten am Boden unter dem Maronenbaum liegen. Diese sind extrem stachelig, gelblich braun und hängen meist zu mehreren zusammen. Das anfassen ist schon bei leichtem Druck sehr schmerzhaft und die Stacheln sind fast genau so unangenehm spitz wie die eines Seeigels. Die Kapseln einer Rosskastanie hingegen sind grün und haben nur ganz wenige, recht weiche Stachelansätze an der Außenhülle. Außerdem gibt es darin nur eine einzige Rosskastanie, in der Kapsel der Edelkastanie befinden sich jedoch mehrere Maronen.

Maronen und Rosskastanien sehen sich sehr ähnlich, aber es gibt ein weiteres sicheres Unterscheidungsmerkmal; Die essbare Maronenfrucht hat eine klar behaarte Spitze, wohingegen normale Kastanien überall glatt und rund sind. Ihre Suche nach dem pikanten Delikatessenbaum kann nun also beginnen.

Deutsche Maronen sind übrigens meist deutlich kleiner als die Zuchtversionen aus dem Laden. Dafür schmecken sie aber besser und lassen sich leichter schälen. Das könnte aber auch mit der Frische zusammenhängen, an der es bei unserer Ernte nicht den geringsten Zweifel gab. Eine halbe Stunde nach einbringen der 'Beute' lagen bereits die ersten Maronen auf dem Backblech. Vorher die Schale anritzen und etwa 20 Minuten bei 200 Grad backen und fertig ist die Leckerei.