Beton- was ist das eigentlich?

Zement kannten schon die Römer, Beton heißt das Gemenge mit Zusatzstoffen. Unbekannt ist jedoch, dass er je nach Verwendungszweck unterschiedlich angemischt werden muss. Hier bekommen Sie das Rezept für den Gartenbau.

Beton ist die resultierende Mischung zwischen Wasser, Zement und mineralischen Füllstoffen, wie Sand und Kies verschiedener Körnung. Der Zement ist dabei das Bindemittel. Mit dieser Formulierung ist schon etwas Wichtiges angedeutet, nämlich dass Beton nicht trocknet, sondern abbindet! Es findet ein chemischer Prozeß statt, der die Kristallstruktur des Zementes ändert und somit das Ganze aushärten läßt. Je länger er zum Abbinden Zeit hat, desto besser wird der Beton. Leicht belastbar ist er nach etwa 1 bis 2 Tagen, Normhärte hat er nach einem Monat, Endhärte erst nach mehr als einem halben Jahr!

Gartenarbeiten: Beton mischen

Bei unseren kleineren Baugeschichten kommt meistens vorgemischter Estrichbeton in Säcken zum Einsatz. Die 40Kg Portionen sind leicht transportabel und müssen nur noch mit Wasser angemischt werden. Die Körnung der Kiesel darin ist dabei maximal 8 Millimeter, so dass eine universell zu verarbeitende Masse entsteht. Sie ist also hervorragend geeignet, um bei Pflasterarbeiten Kantensteine zu setzen, Natursteinterrassen anzulegen oder auch Zaunpfähle zu betonieren. Ebenso für kleinere Reparaturarbeiten. Das normale Mischungsverhältnis für gröberen Beton ist 1Teil Zement und 3Teile Zuschlagsstoffe (Sand+Kies). Darauf braucht man beim vorgemischten Estrichbeton natürlich nicht mehr zu achten. Lediglich die Menge des Wassers ist ausschlaggebend.

Wenn der Estrichbeton auf oder in der Erde verwendet werden soll, wird er erdfeucht gemischt! (Siehe unsere Videos: erdfeuchter Beton und Beton mischen.) Eine schwabbelige Masse, wie man sich das meistens vorstellt, ist völlig ungeeignet und lässt sich nicht verarbeiten. Sie klebt an den Werkzeugen, lässt sich nicht formen und nicht verdichten. Die erdfeuchte Mischung hingegen ist optimal verwendbar und ist qualitativ sogar noch hochwertiger. Beton ist nämlich hygroskopisch und zieht die Feuchtigkeit aus dem Boden an. Der Abbindungsprozeß findet also langsam und kontinuierlich statt.

Der Mischvorgang eines 40-Kilo-Sackes beginnt, sobald man sich für den richtigen Behälter entschieden hat. Je nach Platzverhältnissen entscheidet man sich für eine Tiefmuldenschubkarre (auch Bauschubkarre) oder eine eckige Speißbütte. Man füllt das Behältnis vorsichtig mit dem trockenen Beton, denn der feine Staub ist giftig!

Um für 40Kg Trockengewicht exakt die richtige Konsistenz zu erreichen, braucht man nur etwa 4 Liter Wasser. Das kann je nach Hersteller variieren. Nun gießt man in Abständen literweise das Wasser dazu und mischt zwischendurch mit der Flachschaufel. Der Schaufelstil wird dazu um 180° in den Händen gedreht, so dass das Schaufelblatt nach unten gerichtet ist. Nun sticht man mehrfach in die Masse und bewegt die Schaufel dabei nach vorn. Auf dem Rückweg zieht man den kleinen Haufen, der sich vor der Schaufel gebildet hat wieder gerade. Da sich das Wasser unten sammelt wird gelegentlich die Schaufel wieder umgedreht und die Masse vom Boden her umgestürzt. Dieser ganze Vorgang ist ziemlich anstrengend und kann schon mal länger als fünf Minuten dauern. Etwas leichter geht es, wenn man einen halben Sack und ca. 2 Liter Wasser nimmt. Wenn das Gemisch (wie im Video) zum Schluß locker rieselt, ist es perfekt!

Gartentipp:
Zu nasser Beton und auch trockener Zement macht häßliche Flecken, die man nie wieder abbekommt. Wenn man auf einem zu erhaltenden Boden arbeitet, sollte man ihn unbedingt abdecken. Denn es geht immer was daneben!

Gartentipp:
Die erdfeuchte Mischung hat noch einen weiteren Vorteil. Dort, wo man damit arbeitet, darf man auch mal angrenzende Bodenfliesen oder Ähnliches bekleckern. Die erdfeuchte Mischung lässt sich nämlich mit einem weichen Besen wieder wegkehren. Das geht mit einer nassen Mischung nicht, denn diese Pampe verschmiert.

Gartentipp:
Bei der Betonverarbeitung ist im Sommer Vorsicht geboten. Wenn das Wasser in der Mischung schneller verdunstet, als der chemische Prozeß eingesetzt hat, trocknet die Mischung aus. Es findet dann keine Reaktion mehr statt- der Beton wird nichts anderes als eine bröselige Masse. Im Sommer muss der frische Beton also abgedeckt oder nachgefeuchtet werden!

Mehr Gartenvideos zum Thema