Hauptstamm der Trauerweide ist weggebrochen

Der Hauptstamm meiner Trauerweide ist an einer trockenen Faulstelle abgebrochen. Seitlich treibt sie zwar wieder aus, jedoch hat man mir gesagt, dass es sich hierbei um einen Pilz handelt.

Ich habe vor 2 Jahren eine Trauerweide aus einer Baumschule gekauft, die damals etwa 1,8m hoch war. Sie wurde im Topf geliefert und dann in voller Sonne eingesetzt. Im Laufe der Zeit bildeten sich an der Rinde Risse und Stellen, die wie Faulstellen aussahen, aber nicht nass waren. Wir wohnen in Ostfriesland und haben eher sandigen trockenen Boden, ab ca. 50cm Tiefe sogar nur noch Orth (hoffe ich habe das richtig geschrieben!). Dieses Jahr nun vor ein paar Wochen ist der Hauptstamm an eben so einer trockenen Faulstelle abgebrochen. Seitlich treibt sie zwar wieder neu aus, jedoch hat man mir gesagt, dass es sich hierbei um einen Pilz handelt und dieser Austrieb niemals wieder ein Baum wird sondern immer nur ein Strauch oder Busch, ebenso verhielte es sich mit Stecklingen, also daraus würden auch keine Bäume. Dies widerspricht doch aber dem, was ich bisher bei Ihnen gelesen habe. 

Gapt-Gartenberater:

Gartenfrage: TrauerweideIhr Berater hat möglicherweise in einem Punkt recht... denn das was Sie als Trauerweide gekauft haben ist mit einiger Sicherheit keine Trauerweide, sondern ein Weiden-Hochstämmchen mit veredelter Krone! Die hängenden Äste wurden auf eine unbekannte Unterlage aufgepfropft und müssen auch nicht unbedingt von einer echten Trauerweide stammen!

Wenn Ihre abgebrochene Weidenunterlage wieder seitlich austreibt, kriegen Sie auch wieder einen Baum draus. Aber auch da hat Ihr Berater recht- wenn man die Triebe nicht so schneidet, daß wieder ein einzelner Stamm entsteht, wird erst mal eine Art vielverzweigter Busch draus. Und zwar ein Busch mit unbekannten Eigenschaften, denn es ist ja keine Trauerweide!

Ein Steckling einer echten Trauerweide wird aber wieder zu einer echten Trauerweide. Ob ein- oder mehrstämmig ist dabei egal, denn die Eigenschaften sind im Steckling festgelegt. Genau so können Sie auch veredelte/gezüchtete Rosen aus Stecklingen vermehren, obwohl es erstaunlicherweise keinen genetischen Vorfahren dieser Rosensorten gibt.