Gespinstmotte

Die gespenstische Gespinstmotte. Ein Ausflug in den Horrorwald.

GespinstmotteIhr Name klingt schon wie aus einem Zauberbuch, Yponomeuta Rorrella. Doch welches Untier verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung? Die Antwort liegt im Dunkel dieses Textes und dürfte für viele durchaus überraschend sein.

Eigentlich ist die Gespinstmotte ja recht hübsch, mit ihrer weißen Färbung und schwarzen Punkten. Doch was sie bis zu Ihrer Verpuppung hinterlässt, erinnert eher an düstere Endzeit-Szenarien. Denn die Raupe der Gespinstmotte trägt Ihren Namen zurecht. Durch massenhaftes Auftreten hüllt sie ganze Bäume mit einer Art feinem Spinnennetz ein.

Äußerst gruselig ist das anzuschauen, weil die Raupen der Gespinstmottenarten auf bestimmte Bäume spezialisiert sind. Das heißt, die Raupen sind auf einen einzelnen Baum angewiesen und fressen ihn dann komplett kahl. Unter dem Seidengeflecht bleibt also so gut wie nichts als ein trauriges Gerippe. Betroffen sind vornehmlich Pappel, Traubenkirsche, Pfaffenhütchen, Weißdorn und Weide. Für letztgenannten Baum ist unser Kandidat zuständig. Das muss dazu gesagt werden, denn weil es im Video keine Blätter mehr gibt, ist die Baumart nicht mehr erkennbar.

Die spinnen doch ! ... aber warum? Das macht Yponomeutchen, wie sie ihre Freunde nennen, um es den Fressfeinden nicht so einfach zu machen. Aber auch als Regenschutz, denn die Raupen befinden sich immer unter dem Netz. Wenn sie sich ausreichend für das Leben als Falter gestärkt haben, wandern sie runter an den Stamm und verpuppen sich. Im Juni ist es dann so weit. Und wenn alle damit fertig sind ist der Spuk vorbei.

Zurück bleibt ein ratzekahl gefressener Baum oder Strauch, weswegen wir nun diskutieren, wie die Gespinstmotte zu bekämpfen ist.

Die erstaunliche Antwort ist; Das muss nicht unbedingt sein ! Denn so gut wie alle befallenen Pflanzen quittieren den Kahlfraß mit einem neuen Austrieb in der zweiten Hälfte des Jahres. Sie sterben nicht davon, wenn alle Blätter weg sind, obwohl es für den Betrachter den Anschein hat. Für Besitzer mit einem kleinen Ziergarten mag das wohl ein Ärgernis sein. Doch auch hier kann man sich entscheiden, ob man die bizarre Besonderheit gewähren lässt oder sehr einfache Gegenmaßnahmen ergreift. Nämlich mehrfach das befallene Bäumchen mit einem harten Wasserstrahl abspritzen und Raupen absammeln.

Das Geheimnis der Gespinstmotte sei also hiermit gelüftet. Sie hat zwar großen Hunger, ist aber kein Schädling, der seine Wirtspflanze vernichtet.