Brennessel- verhaßtes Wunderkraut

Die Brennnessel. Verhasstes Wunderkraut mit Geschmack. Ein höchst überzeugender Selbstversuch.

Unglaublich was die Brennnessel so alles kann. Von den etlichen Verwendungen als Pflanzenschutzmittel, zum Färben oder zur Fasergewinnung usw. wollen wir hier gar nicht erst anfangen. Die komplette Pflanze kann verwendet werden und hat nahezu zauberhafte Wirkung. Doch dieser Artikel dreht sich ausschließlich um die Brennnesselsamen – und zwar geröstet!

Brennesseln mit Puscheln sind die weiblichen, samenbildenden Pflanzen. Samen in grünem Zustand ernten und die Blätter heraussammeln. Nach der Sortierarbeit kommt das Ganze in den Ofen.

Getrocknete Brennnesselsamen kann man in der Apotheke kaufen. Die grünen Samen schmecken aber mehr als langweilig. Ein uraltes Hausrezept macht sie aber zu einem kulinarischen Knaller, und nicht nur das. Brennnesselsamen sollen bewiesenermaßen das Haarwachstum anregen, und sich ohne Nebenwirkungen positiv auf den gesamten Organismus auswirken. So auch auf die Kraft der Lenden- nennen wir es einfach allgemeinverständlich Pimpermittel, statt Aphrodisiakum 😉

Welche Wirkungen Brennesselsamen im Einzelnen haben, können Sie selbst im Web nachlesen. Hier aber nun die Beschreibung wie einfach man die Basis für einen leckeren Brotaufstrich, ein tolles Salatgewürz oder einen schmackhaften Brennnesselkaffeee herstellt. Denn das würzige Aroma erinnert an eine Mischung aus Nüssen und Malzkaffee.

Samen durch einfaches Zerdrücken von den Stengelchen lösen. Die Brennesselsamen sollten dunkelgrün bis leicht bräunlich geworden sein.

Suchen Sie sich zwischen Juni bis fast bis in den Dezember irgendwo ein Brennnesselfeld. Die, mit den kleinen Puscheln dran sind die weiblichen, samenbildenden Pflanzen. Diese Samen sollte man noch in grünem Zustand ernten, indem man sie einfach von unten nach oben abstreift. Die Blätter werden nachher herausgesammelt, die winzigen Stengelchen, an denen die Samen wachsen, können dranbleiben. Wenn man die Brenneseln einen Tag liegen lässt, brennen sie fast gar nicht mehr. Auf Handschuhe kann man dann also verzichten. Nachdem diese Sortierarbeit zu Hause erledigt ist, kommt das Ganze in den Ofen. Nur 15 Minuten bei mittlerer Hitze haben bei uns gereicht, bis sich die Samen durch einfaches Zerdrücken von den Stengelchen lösen. Dieses gröbere Kraut kann man dann einfach heraussammeln.

Die Brennnesselsamen selbst, sollten dann dunkelgrün bis leicht bräunlich geworden sein. Das ist wichtig, denn ansonsten schmecken sie zwar noch ganz nett, aber im Hintergrund irgendwie verschmort. Um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, sollte man alle paar Minuten mal in den Ofen greifen und testen, ob es sich trocken anfühlt und sich leicht zerbröseln lässt. Dann ist es richtig. Die Ausbeute ist zwar recht gering, der Geschmack aber um so besser. Wir jedenfalls sind nach dem ersten Test gleich noch mal losgezogen, um vor dem Winter noch mehr Nachschub zu holen.

 
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