Wann soll ich meine Hainbuchenhecke kürzen?

Hallo Gärtner, meine Hainbuchenhecke ist zu hoch geworden. Ich müsste sie etwa um 40 cm kürzen. Es verbleiben dann noch 80 cm. Die Frage ist, welcher Zeitpunkt günstig ist und ob die 30 Jahre alte Hecke das überhaupt noch übersteht. Dazu interessiert mich, wie zu düngen ist.

Gapt-Gartenberater:
Hallo, lieber Gartenfreund, die Hainbuche ist extrem schnittfest. Man kann sie bedenkenlos köpfen.

Neutrieb der Hainbuchenhecke

Dazu sollte man wissen, dass eine Hainbuche ihren Namen nicht verdient hat, denn es ist eigentlich eine Birkenart! Die lateinische Bezeichnung lautet: „Carpinus betulus“ und Betula heißt Birke. Deshalb reagiert sie auch so ähnlich und neigt im Frühjahr dazu bei einem Schnitt zu bluten. Bei Birken wird das Anfang des Jahres sogar genutzt, um Birkenwasser zu zapfen und allerlei Elixiere daraus zu machen. Mit zunehmender Belaubung blutet aber auch die Hainbuche nicht mehr, weil der Saftdruck dann wieder nachlässt. Ende des Sommers oder Herbst ist deshalb die beste Zeit für einen beherzten Schnitt. Sicherheitshalber kann man einen Probeschnitt ansetzen, falls man früher schneiden möchte.

Auch ist es ganz interessant zu wissen, dass die Hainbuche eigentlich ein Park- und Alleenbaum ist. Wenn man sie wachsen lässt erreicht sie enorme Ausmaße und wird deutlich über 100 Jahre alt. Locker zwanzig Meter oder mehr, was einem fünfstöckigen Hochhaus entspricht. Demnach ist eine Hainbuchenhecke nichts anderes als eine Reihe von Bonsais, die ein kontinuierlicher Schnitt ebenfalls nicht stört.

Düngen braucht man eine gut eingewachsene Hecke eigentlich überhaupt nicht. Denn da diese immer wieder obenrum gestutzt werden, ist die Wurzel größer dimensioniert, als es für die Versorgung des oberirdischen Grüns nötig wäre. Sie können aber trotzdem mal eine Handvoll Blaukorn drunter werfen, das schadet keinesfalls. Aber ob es einen merklichen Effekt bei der Hecke hervorruft – oder eher beim Unkraut, werden Sie erst danach feststellen 😉

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