Herbstpflanzungen im Nutzgarten

Wie muss ich Speisezwiebeln und Knoblauch im Herbst pflanzen (Pflanztiefe, evtl. welchen Winterschutz)? Welche Nutzpflanzen kann ich jetzt noch pflanzen?

Gapt-Gartenberater: Generell werden Zwiebeln etwa doppelt so tief in den Boden gesteckt, wie ihr Durchmesser. Sprich; eine Zwiebel gleicher Größe müsste noch darüber passen. UND Spitze nach oben, denn nur auf der anderen Seite kann sie Wurzeln bilden!
Einen Winterschutz brauchen Zwiebeln in unseren Breitengraden nicht, denn die Inhaltsstoffe der verschiedenen Zwiebelarten produzieren ihren eigenen Frostschutz. Er wird bei einsetzenden Minusgraden im Boden gebildet, sodass ein Einfrieren erst weit unterhalb von Null Grad stattfinden kann. Manche Blumenzwiebeln müssen sogar Frost bekommen, damit sie überhaupt blühen. Das ist bei diversen Tulpensorten so, die währenddessen ihren Stoffwechsel umstellen. Um zusätzlichen Winterschutz bei Zwiebelpflanzen muss man sich in Deutschland also gar keine Gedanken machen, höchstens in Sibirien.

Beim Knoblauch pflanzt man ja nur die einzelnen Zehen. Die Stecktiefe bleibt aber die Gleiche wie bei normalen Zwiebeln, und zwar die doppelte Höhe der ursprünglichen, ganzen Knolle. Aber warum macht man das eigentlich so?

Mit der Pflanztiefe von Zwiebeln kann man beeinflussen, wann sie aus dem Boden sprießen. Also es verzögern oder beschleunigen, denn die neuen Triebe brauchen ja mehr Zeit um durch die darüberliegende Erde zu wachsen, je tiefer sie gepflanzt wurden. Pflanzt man sie aber zu hoch, kann es sein, dass Regen, Erosion, umherlaufende Tiere oder Ähnliches die Deckschicht abtragen und die Zwiebel freilegt. Hat aber die Unterseite der Zwiebel keinen Kontakt zur Erde, wächst sie nicht an, weil sie nur dort Wurzeln bilden kann. Tut sie das nicht, ist sie verloren und vertrocknet. Pflanzt man sie (deutlich) zu tief, verfault sie, bevor sie den Boden durchstoßen konnte.
Es ist also eine generelle Faustregel für den Anbau draußen. Hyazinthen zum Beispiel kann man einfach auf den Boden legen und sie wachsen an – die halbe Zwiebel guckt dabei raus. Die sind aber von den Gärtnereien als Zimmerpflanzen gedacht und wurden ‚überwacht‘ gezogen. Mit normalen Zwiebeln ginge das sicher auch, ist aber unpraktikabel für den Freilandanbau.

Was Sie sonst noch am Ende des Sommers pflanzen können sagen Ihnen die saisonalen Angebote im Supermarkt. Das ist zumeist genau das richtige, wie etwa Feldsalat, verschiedene Kohlsorten etc. Topinambur wäre noch ein Geheimtipp. Der ergibt zwar erst im nächsten Jahr üppige Ernte, dafür können Sie die Knollen den ganzen Winter auch im Boden lassen und je nach Bedarf frisch ernten.

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