Tomaten im Winter ziehen

Sie haben täglich Kontakt mit unzähligen Pflanzensamen. Noch nicht bemerkt?! Warum pflanzen Sie sie nicht einfach ein?

Die Welt wundert sich immer wieder, warum Kleingärtner oder Pflanzenfreaks für teures Geld Gemüsesamen kaufen. Das geht viel billiger, indem man in den Aldi geht, sich beispielsweise die Tomaten kauft, die einem am besten schmecken und die Kerne aufhebt! Wenn es nicht zufällig eine überzüchtete Sorte ist, können Sie daraus wohlschmeckendes Grünzeug ziehen.

Das funktioniert natürlich auch mit anderem Obst oder Gemüse, das inklusive seiner Kerne verkauft wird. Melone, Kürbis, Avocado, Zitrusfrüchte und so weiter. Teilweise erfordert die Anzucht spezieller Pflanzen auch ein spezielles Prozedere, doch bei Tomaten ist der Erfolg so gut wie garantiert. Wer ein (sehr) sonniges Fenster hat, kann sie auch in der Wohnung züchten. Etwa ab Ende Februar kann man damit beginnen. Dann haben die Pflänzchen eine angemessene Größe, um im frostfreien Frühjahr ins Freie gesetzt zu werden.

Gartenarbeiten: Tomatenkerne

Dazu nimmt man einfach eine richtig reife Tomate und schneidet sie entzwei. Die Kerne flutschen einem dann schon entgegen und müssen nur noch aufgefangen werden. Das tut man am besten mit einem Tuch oder einem Stück Küchenrolle, denn die glibberige Schicht um die Kerne herum muss damit entfernt werden. Sie hemmt nämlich die Keimung. Danach trocknet man die Kerne ein paar Tage. Spätestens nach einer Woche sind sie dann bereit um eingepflanzt zu werden. Getrocknete Tomatenkerne bleiben jedoch über Jahre keimfähig.

Speziell zur Vermehrung aus Samen gibt es Anzuchterde zu kaufen. Diese unterscheidet sich von normaler Blumenerde dadurch, dass sie nährstoffarm ist. Das hat den Sinn, dass der Keimling viele Wurzeln ausbilden muss und am Anfang nicht zu schnell wächst. So erhält man ein kräftiges Pflänzchen, bei dem das Verhältnis von Wurzelmasse zu Blattmasse stimmt. Eine Hand voll Dreck aus dem Vorgarten tut es also auch, gedüngte Blumenerde ist aber genau deswegen ungeeignet!

Nun füllt man einen Topf oder Blumenkasten mit dieser nährstoffarmen Erde und legt mit ein paar Zentimeter Abstand die einzelnen Kerne darauf. Dann bedeckt man sie mit etwa 0,5 cm Erde und gießt vorsichtig etwas Wasser drauf. Wenn man das Ganze ständig feucht hält, kann man nach ein paar Tagen die ersten grünen Keimlinge bewundern. Etwa ab Mai -je nach Region- wenn nicht mehr mit Frost gerechnet werden muss, sollten sie ins Freie gepflanzt werden.

Tomaten brauchen für eine gute Ernte viel Licht. Auf einem sonnigen Fensterbrett oder dem Balkon werden sie zwar auch reif, viel besser ist es aber, wenn sie draußen den ganzen Tag Licht bekommen. Vorgezogene Tomatenpflänzchen bekommt man im Frühjahr auch in vielen Supermärkten. Sie kosten nur ein paar Cent, doch das vermindert den Spaßfaktor etwas Eigenes wachsen zu sehen ;-)

Gartentipp:
Wenn die Tomaten abgeblüht sind und Früchte gebildet haben ist es Zeit sie "auszubrechen". Denn es werden sich zwischen den Blattansätzen und dem Stengel Zwischentriebe bilden, die entfernt werden sollten. Sie lassen sich mit einem Knick einfach "abbrechen" daher der Ausdruck. So wird die Kraft nicht für die Bildung von zusätzlichem Blattgrün verschwendet, sondern geht vollständig in die Früchte.