Samen einpflanzen- wie?

In welcher Lage pflanzt man welche Samen ein? Die Antwort ist erstaunlich einfach.

Samen einpflanzen: die Form bestimmt die Lage Kürzlich kam mal wieder eine interessante Gartenfrage, bei der jemand wissen wollte, wie man Rizinus-Samen einpflanzt. Also in welcher Position, ob hoch oder quer. Diese Frage stellt sich bei kleineren Sämereien überhaupt nicht, aber für große gibt es eine sehr einfache Lösung, die wieder mal mit der Logik zu tun hat.

Man muß sich immer nur überlegen, wie das die Natur von selbst hinbekommt, daß die Samen keimen.

Denn wie macht die Rhizinuspflanze das ohne den Eingriff des Menschen? Sie läßt die Samen fallen und fertig! Den Rest besorgen günstige Naturereignisse, wie Regen, die Bedeckung mit verrottendem Laub oder Erde durch Wind oder Tiere oder Sonstwas.

Aber durch die Form des Samens bleibt er in genau der Position liegen, wie es richtig für ihn ist. Dafür hat die Evolution gesorgt, ansonsten hätte er nicht diese spezielle Form. Das heißt aber nicht, daß ein Samen nicht in anderen Lagen keimen könnte, er hat es nur ein bißchen schwerer und deshalb einen Zeitnachteil hinter den „Konkurrenten“.

Demnach ist die Antwort; so wie der Samen auf den Boden fällt und liegenbleibt ist er richtig!

Und das ist in den überwiegenden Fällen seitlich, denn nachdem sich die Wurzel verankert hat, muß oft der „Kern“ aufgerichtet werden, in dem sich die ersten Keimblätter befinden. Folglich ist das die ausgeglichenste Lage, die beides gleichermaßen ermöglicht.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Eine Walnuß zum Beispiel. Sie bildet aus dem Kern gleichzeitig Wurzel und Grüntrieb, wobei der Kern unverändert im Boden bleibt.

Aber warum macht sie das, oder warum kann sie das überhaupt?
Der Grund ist, daß sie hauptsächlich durch Tiere verbreitet wird, die die Nüsse als Vorrat im Boden vergraben. Die Nüsse liegen dann also in etwa 5-20 Zentimetern Tiefe und zarte Keimblätter könnten niemals den Boden durchstoßen um ans Licht zu gelangen. Der Walnußkern ist also ein Energie-Reservoir, das so lange vorhalten muß, bis der Grüntrieb die Bodenoberfläche erreicht hat.

Wie muß also eine Walnuß im Boden liegen, damit sie gut keimt? … es ist ihr völlig egal, denn Eichhörnchen sortieren ihre Nüsse nicht !

Im Prinzip braucht man also nur das zu simulieren, was die Natur automatisch macht, und man liegt immer richtig. Zumindest für die heimischen Pflanzensamen kann das jeder relativ leicht nachvollziehen.

Für Exoten gibt noch weitere außerordentlich verblüffende Mechanismen, die verschiedene Samen erst keimfähig machen. Ob Sonne dafür nötig ist, wie bei Lichtkeimern oder der Samen erst den Darm bestimmter Tiere durchwandert haben muß. Und auch wenn halb Griechenland jährlich einmal abbrennt, ist das kein Grund zur Sorge. Denn „Feuerkeimer“ können keine neuen Pflanzen bilden, wenn sie nicht tüchtig angekokelt wurden….. interessant, nicht wahr?!

 
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