Gartenscheren. Das Prinzip für scharfes Werkzeug.

Altes Werkzeug ist meist das beste. Dies ist eine erstaunliche Anleitung wie man selbst eine uralte Gartenschere frisiert, so daß sie sich selber schärft.

verrostete Gartenschere verrostete Schneide der Gartenschere zerlegte Gartenschere gefeilte Schnittflächen der Gartenschere Schnittfläche mit Folienstift bemalt

Gartenwerkzeuge existieren seit Jahrhunderten und haben immer perfekt funktioniert. Etwas anderes konnten sich die Leute damals auch nicht erlauben ohne zu verhungern oder sich totzuarbeiten.
Deshalb hier nun eine Beschreibung, warum es sich lohnt antikes Werkzeug auch heutzutage wieder zu reaktivieren.

Es gibt allerlei Gartenscheren aus dem Baumarkt oder von Profi-Herstellern. Keine Gartenschere reicht aber an die Fähigkeiten heran, die eher zufällig, im Zuge einer Entsorgungsaktion in unsere Hände geraten ist. Aufgrund dessen haben wir uns eine weitere Gartenschere der Marke „Unzerstörbar“ besorgt und werden sie zu einem Gerät umfunktionieren, an dem noch viele Generationen Freude haben werden.. Der Gag ist… diese Gartenschere schärft sich selber !

Wie lange das neu erstandene Modell im Boden gelegen hat, wissen wir nicht. Sie mag aus dem 1920er Jahren stammen, dürfte also fast 100 Jahre alt sein. Doch am Ende wird sie sogar besser Papier schneiden, als eine herkömmliche Schere.
Aber nun endlich ans Werk !

Daß so eine verrostete Gartenschere jemals wieder etwas schneiden könnte, vermutet womöglich niemand. Der Arbeitsaufwand ist tatsächlich nicht gering, aber nur etwa 1 Tag Arbeit ist Nichts für einen Begleiter, der nach dieser Behandlung lebenslang perfekt funktionieren wird.

Wichtig zu erklären ist, daß ein Schere an keiner Stelle scharf sein muß ! Lediglich die beiden beweglichen Teile müssen so genau aufeinander passen, daß das dazwischen „abgeschert“, aber nicht wirklich geschnitten wird.
Moderne Hersteller von Gartenscheren glauben, daß dafür beide Seiten plan und schnurgerade
sein müßten. Aber das ist falsch ! Sie sollten einen leichten Bogen nach innen haben, dann schärfen Sie sich selbst !

Wie bekommt man das mit einer normalen Gartenschere hin? Das ist sehr einfach, aber leider nicht einfach zu erklären: Die Drehachse der Gartenschere muß so angefeilt werden, daß der vordere Teil minimal niedriger liegt. Und das am besten nur an der Seite, bei der die Klingen NICHT ausgetauscht werden können. Denn ansonsten muß man auch immer wieder die Ersatzklingen nachfeilen. Der Effekt ist, daß die modernen Klingen, deren Fläche schnurgerade ist, um den Bruchteil eines Grades zur anderen Seite der Schneide geneigt wird. Deshalb liegen sie beim Schließen auf ganzer Läge press, wenn die Schere geschlossen wird.
Dieser Druck und diese Reibung sorgt dafür, daß der minimale Abrieb die Gartenschere immer scharf hält ! Das Optimum einer perfekten Gartenschere ist also nicht 2 gerade Schneiden— sondern welche, die sich wie 2 zueinander verbogene Säbel an der Schnittfläche an jedem Punkt mit größtem Druck treffen.

geschliffene Gartenschere Noch mal zur Wiederholung:
Ein Schere schneidet nicht, weil sie scharf ist! Eine Schere schneidet nur, weil kein Platz zwischen linker und rechter Seite der beiden Metallelemente ist und das Objekt dazwischen lückenlos abgequetscht wird. Bei einer Gartenschere ist die „angebliche“ Klinge außen nur so flach konstruiert, weil sie beim Schnitt wenig Widerstand erzeugen soll. Nur so kann sie, mit seichtem Winkel durch’s Holz gleiten, ohne im Ast einen Widerstand zu erzeugen. Die Außenseite einer Gartenschere zu bearbeiten ist also nur Beiwerk, um noch ein bißchen leichter schneiden zu können. Prinzipiell müssen also nur die beiden flachen Innenseiten bearbeitet werden, damit sie wieder ganz genau aufeinander passen !

Nuja. Die Fotos sehen Sie ja- bitte beachten Sie auch die Bildkommentare, denn darin befindet sich die eigentliche Anleitung.

 
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