Blumenerde schimmelt. Was tun?

Was tun gegen Schimmel auf der Blumenerde? Ein natürliches Hausmittel mit Aha-Effekt.

Gegen Schimmel in Blumentöpfen gibt es ein biologisches Hausmittel. Es ist so simpel und preiswert, dass wir erst mal erklären müssen, wie Schimmelbildung überhaupt funktioniert.

Also was ist Schimmel eigentlich?

Es ist ein Mikropilz, der organische Materialien befällt und sie langsam zersetzt. Ohne Pilze wäre die Welt, wie sie ist undenkbar, denn sie sind natürliche Helfer, um aus abgestorbenem Material wieder nutzbare Nährstoffe zu machen. Manche Schimmelpilze sind giftig und manche essbar und sogar sehr schmackhaft. Auch Penicilin wird aus einem Pilz hergestellt und ist eines der wichtigsten medizinischen Heilmittel überhaupt. Aber wo findet man echte Schimmelpilze noch? Auf dem Teller!
Denn edle Schimmelkäse werden nicht nur Schimmelkäse genannt, sondern sind auch tatsächlich verschimmelt! Und Edelschimmel heißt das Ganze nur, weil es „unschädliche“ Schimmelsorten sind. Damit sich Schimmel innerhalb des Käses entwickeln kann, braucht er Hohlräume oder muss während des Reifeprozesses extra angestochen werden. Das erzeugt weitere Hohlräume und sorgt für Sauerstoff. Sprich: Eine feuchte, belüftete Oberfläche, auf organischem Untergrund.

Schimmelnde Blumenerde

Warum schimmelt Blumenerde?

Weil sie den Schimmelpilzen alles das bietet, was im letzten Absatz genannt wurde. Gekaufte Blumenerde ist nämlich meist gar keine Erde, sondern halbzersetzter Torf oder angegammelte Holzschnitzel mit Düngerzusatz. Also organisches Pflanzenmaterial. Und hier hat der Schimmel leichtes Spiel, denn er bekommt (besonders bei Zimmerpflanzen) alles was er braucht. Es kann in der Wohnung so trocken sein, wie es will, der Schimmel wird freundlicherweise sogar noch zusätzlich gegossen- das lässt sich ja nicht vermeiden, wenn die Pflanze im Blumentopf überleben soll. Was passiert also, wenn wir den Schimmel einer seiner Wachstumsvoraussetzungen berauben?

Schimmel im Blumentopf kann man mit Sand bekämpfen

Sand gegen Schimmel bei Zimmerpflanzen Blumenerde von Schimmel befreit

Und diesen Kampf wird man gewinnen, wenn man einfach eine Schicht Sand auf die Oberfläche streut. Ein bis zwei Zentimeter sollten genügen. Der Schimmel hat nun keine Oberfläche auf zersetzbarem Material mehr zur Verfügung, denn sie wird vom rein mineralischen Sand abgedeckt. Sand ist Silizium-Oxyd und eignet sich überhaupt nicht als Schimmelfutter. Ob der Schimmel im Untergrund weiterarbeitet oder nicht, ist der Pflanze völlig egal, denn er befällt ausschließlich abgestorbene Materialien. Und für den Menschen ist Schimmel auf der Blumenerde auch eher ein optisches Problem. Nur wenn verstärkt Schimmmel-Sporen frei werden, können einige Menschen allergisch reagieren. Aber auch das wird damit verhindert, denn die Sporen können unter einer Sandschicht nicht in die Luft entlassen werden.

Eine Sandschicht gegen Schimmel sieht nicht nur schön sauber aus, sondern funktioniert auch. Und es ist absolut biologisch und dabei ultra billig. Man kann sich zwar schicken, weißen Quarzsand im Baumarkt oder im Zoogeschäft kaufen, man kann aber auch zum nächsten Spielplatz gehen und sich eine Hand voll davon nehmen, was die Kinder aus dem Sandkasten rausgeschaufelt haben. Das wird niemals jemand wieder reinschaufeln, weil’s wegen Hygienevorschriften verboten ist. Überall auf Straßenbaustellen liegen Reste von Sandhaufen rum, die darauf warten, dass sie die Straßenreinigung oder der nächste Regen entsorgt. Ein Griff ins Sediment eines Baches oder Flusses fördert Ähnliches zutage. Geht man in den Baustoffhandel bekommen Sie eine Tonne (also 1000 Kilo) für weniger als 30 Euro. Das sind alles ungenutzte Ressourcen, die dem schimmelgeplagten Zierpflanzenbesitzer nichts weiter kosten, als einen Spaziergang 😉

 
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