Baumschnitt - Arten und Gründe

Bäume wachsen eben, das läßt sich nicht vermeiden. Wie sie wachsen kann man aber durch einen Schnitt bestimmen. Welche Gründe vorliegen können, um überhaupt einen Schnitt anzusetzen, erklärt die folgende Beschreibung.

Gartenarbeiten: Baumschnitt Normalerweise muß ein Baum nicht geschnitten werden, ihm ist es völlig egal wie er wächst. Daß man es trotzdem tut, kann verschiedene Gründe haben, die fast immer mit der menschlichen Nutzung zu tun haben. Hier folgen nun die wichtigsten Gründe dafür.

Formschnitt
Nicht selten kommt es vor, daß ein Baum einfach zu groß geworden ist. Er wächst möglicherweise gegen angrenzende Hauswände, überschattet den ganzen Garten, so daß dort kaum noch etwas gedeiht oder ist durch seine unkontrollierte Wuchsform asymmetrisch und unansehnlich geworden. Dann ist es Zeit für einen gärtnerischen Eingriff, der aber eher ästhetischer Natur ist. Der Baum wird dann so weit zurückgenommen, daß er wieder eine ausgewogene Form erhält. Abgestorbene und angefaulte Äste werden bei jedem Baumschnitt standardmäßig entfernt, da sie der bevorzugte Aufenthaltsort von Krankheitskeimen sind. Das Innere der übrig gebliebenen Krone wird so weit ausgelichtet, daß kein Ast in Richtung eines anderen zeigt. Denn wenn sie ineinander wachsen, nehmen sie sich gegenseitig das Licht. Ebenfalls bilden sie auch Krankheitsherde, falls diese Äste später gegeneinander reiben und die Rinde verletzen.

Entlastungsschnitt / Pflegeschnitt
Manchmal stürmt es und ein Ast bricht ab, manchmal fault einer einfach an und manchmal werden die Äste durch ihr eigenes Gewicht so schwer, daß sie drohen von selbst abzuknicken. Bei allen diesen Symptomen sollte man dafür sorgen, daß man sie vorher abschneidet, damit sie niemandem auf das Köpfchen fallen. Und auch wenn niemand unter diesem Baum herumläuft, ist es besser einen sauberen Schnitt anzusetzen, als das geplatzte Holz eines Bruches in Kauf zu nehmen. Denn auch dort kann die Feuchtigkeit nur schwer verdunsten und bildet dann einen tollen Nährboden für Fäulnis, Pilze und allerlei andere Pflanzenkrankheiten. Diese können den restlichen Baum erheblich schwächen, so daß er irgendwann komplett verkümmert. Wenn solche Krankheitsherde aber direkt vermieden werden, können sie auch nicht auf den übrigen Baum übergreifen. Also- abschneiden!

Hierbei gilt nur zu beachen, daß der Baum wieder eine symmetrische Form erhält, bei der die Gewichtsverteilung ausgewogen ist. Ansonsten sollte man jeden Schnitt etwas schräg ansetzen, damit sich kein Regenwasser darauf sammeln kann. Das passiert aber eigentlich automatisch. Die Wunden werden heutzutage nicht mehr mit Baumwachs verschlossen, sondern bleiben offen, damit alle Feuchtigkeit ungehindert abtrocknen kann. Bei mit Baumwachs verschlossenen Schnittstellen hat sich gezeigt, daß sie oft unter dem Wachs faulen!

Ertragsschnitt
Der Ertragsschnitt ist ein dritter Hauptgrund, um Bäume zu schneiden. Er soll die Fruchtbildung fördern und ist eine etwas filigranere Disziplin. Das nötige Hintergrundwissen fassen wir deshalb in der separaten Rubrik "Obstbaumschnitt" zusammen. Ein netter Gärtnerspruch dazu: Wenn man seinen Hut durch den Baum werfen kann ist er richtig geschnitten.
Darüber hinaus kann man durch den Schnitt Bonsais heranziehen oder exotische Baumformen erhalten. Solche Betätigungsfelder sind aber etwas zu speziell für den normalen Gartenbesitzer.