Magnolien aus Samen vermehren

Magnolien mit Samen vermehren- Nur Väterchen Frost macht's möglich.

Kann man den Samen oder die ganze Frucht einpflanzen um einen neuen Baum zu züchten. Oder sind die Früchte essbar?

Gapt-Gartenberater:

Gartenfragen: MagnolienbaumNein, das funktioniert nicht mit Magnoliensamen- diese müssen vorher Frost bekommen haben, damit sie keimen. Es sind sogenannte Frost- oder Kaltkeimer.

Der Fachausdruck für die Frosteinwirkung lautet "stratifizieren".... was nichts anderes bedeutet, als die Samen über 3-4 Monate ins Gefrierfach des Kühlschranks zu legen oder über den Winter einfach draußen zu lassen. Das ist wohl die einfachste, und auch natürlichste Variante. Pech hat man nur, wenn es keinen Winter mit ausreichend Frost gibt.

Die Keimquote ist aber auch nach erfolgreicher Stratifizierung ziemlich schlecht. Mehr Erfolg verspricht es sich Stecklinge zu schneiden, Absenker zu machen oder das Abmoosen an einem lebenden Ast. Stecklinge brauche ich sicherlich nicht näher zu erklären; Man nehme einfach bleistiftdicke Äste, schneide sie so auf 30cm stopfe sie tief in den Boden. Ein Teil davon bildet Wurzeln und wächst an.
Als Absenker bezeichnet man es, wenn Sie einen lebenden Ast nach unten binden und mit Erde bedecken. Dieser Ast produziert dann eigene Wurzeln und am Ende des Jahres können Sie eine neue Pflanze mit eigenen Wurzeln vom Ast trennen. Oft ist es aber so, daß es an der betreffenden Magnolie keine Äste gibt, die so tief am Stamm sitzen, daß man sie ausreichend in Richtung Boden gebogen bekäme. Für diesen Fall gibt es noch das Abmoosen.

Abmoosen ist fast das gleiche wie ein Absenker, nur in luftiger Höhe. Nehmen Sie dazu eine Stell mitten in einen jüngeren Ast und wickeln Sie eine Moos drum, so daß eine faustgroße Knolle entsteht. Das sollte aber eigentlich auch mit Blumenerde gehen oder anderem keimfreiem Material, das die Feuchtigkeit hält. Das packen Sie dann in eine "relativ" dichte Plastikfolie, damit es darin feucht bleibt, aber nicht schimmelt. Der Vorteil vom Moos ist jedoch, daß es von allein antiseptisch, also keimtötend wirkt. Es wurde in alten Zeiten sogar als effektiver Wundverband benutzt.
Diese eigepackte Knolle am Ast halten Sie in der Vegetationsphase (Frühling bis Herbst) kontinuierlich feucht und danach sollte die umwickelte Stelle ebenfalls Wurzeln haben.

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