Ligusterhecke im Sommer zurückschneiden?

Wir haben Ligusterpflanzen im Topf gekauft und eingepflanzt, um daraus eine Hecke entstehen zu lassen. Könnten wir den Liguster im August beschneiden?

Wir haben Anfang Juni ca. 25 Ligusterpflanzen (winterhart) im Topf gekauft (Höhe etwa 1,20 m) und diese eingepflanzt, um daraus eine Hecke entstehen zu lassen. Das ganze sieht nun relativ gackelig und windschief aus. Mein Mann hat die Pflanzen zwischendurch schon etwas zusammengebunden, damit sie bei Wind nicht ganz auseinanderfallen oder wegknicken. Nun meine Frage: Könnten wir den Liguster jetzt, im August, beschneiden, wenn ja wieviel cm, um recht bald eine wunderschöne Hecke zu erhalten - oder doch besser bis Herbst warten? Wäre halt schön, wenn die Hecke noch ein bisserl austreiben könnte. Was können wir alles tun und was müssen wir beachten? Hatten ursprünglich Glanzmispel, doch diese sind nun schon das 2. Jahr zurückgefroren, sodass wir sie entfernen mussten...

Gapt-Gartenberater:

Sie können Ihren Liguster auch im Sommer zurückschneiden. Sie sollten dann aber dafür sorgen, daß er danach ausreichend Wasser bekommt. Mit ein bißchen Oberfläche naß machen ist es da nicht getan, die Feuchtigkeit muß die Wurzeln erreichen.

Ebenfalls können Sie damit erreichen, daß der zweite Austrieb früher einsetzt, als normalerweise. Nicht nur gültig für Liguster, gibt es im Jahr zwei davon. Nämlich im feuchten Frühjahr und nach Ende des Sommers mit vielen Trockenperioden. Der zweite Austrieb fällt nicht mehr so üppig aus, ist aber dennoch deutlich.

Da besonders bei einer Neupflanzung deshalb nicht mehr mit einem exorbitanten Austrieb zu rechnen ist, schneiden Sie am besten nur so weit zurück, daß Äste und Triebe stabil sind und nicht mehr auseinanderfallen. Denn Sie wollen ja offensichtlich eine möglichst hohe Hecke. Den Liguster im Allgemeinen interessiert das Maß des Rückschnitts überhaupt nicht. Er treibt immer wieder aus. Ihre neuen Pflänzchen haben aber außerdem derzeit damit zu tun, neue Wurzeln zu bilden und sich an den neuen Boden zu gewöhnen. Der Neutrieb im Verlaufe dieses Herbstes wird also ziemlich gering ausfallen. Im nächsten Jahr kann man aber schon mit großem Zuwachs rechnen.

Besonders bei Heckenpflanzen zeigt sich immer wieder, daß die angegebenen Verkaufshöhen zwar absolut richtig sind, aber nur für eine Hecke der halben Höhe taugen. Das ist kein keineswegs Betrug, sondern eine falsche Vorstellungen der Käufer. Denn eine Heckenpflanze wird erst zu einer dichten Hecke, wenn sie kontinuierlich und über mehrere Jahre dazu geschnitten wird!

Aber nun noch zur Photinia, der Glanzmispel. Auch die ist normalerweise sehr robust und erstaunlich frostunempfindlich. Sehr verwunderlich, daß sie Ihnen zwei mal hintereinander eingegangen sind. Tatsächlich hatten wir zwar auch zwei strenge Winter hintereinander, doch keine von denen, die wir gepflanzt haben, haben irreparablen Schaden genommen. Sollte es auch Probleme mit Ihrem winterharten Liguster geben (es dürfte bei Ihnen der Atrovirens sein), müßte man mal über die Art des Pflanzvorgangs oder die Bodenqualität nachdenken.

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