Buchs und Liguster im Herbst schneiden?

Ist es sinnvoll im Herbst noch Buchs und Liguster zu schneiden bzw. geringfügig zu stutzen - keine Frostschadengefahr?

Ist es sinnvoll im Herbst noch Buchs und Liguster zu schneiden bzw. geringfügig zu stutzen - keine Frostschadengefahr?

Gapt-Gartenberater:

Neutriebe beim BuchsbaumBeim Liguster und Buchs können Sie auch im späten Herbst noch "geringfügig stutzen", was Sie wollen, solange beide grün bleiben. Neue, weiche Triebe stellen überhaupt kein Problem dar, aber man sollte nicht mehr ins Holz schneiden. Auch davon sterben sie keinesfalls, es ist aber nicht gut für sie. Also besser sein lassen.

Der Liguster verliert im Winter sowieso alle seine Blätter, wenn es nicht gerade ein "Atrovirens" ist. Und auch diese als "wintergrün" gehandelte Ligusterart hat eine untere Temperaturgrenze, bei der sie ihre Blätter dennoch abwirft.
Gegen Frostschäden können Sie sowieso nicht viel tun, denn über Frostschäden entscheidet das Wetter. Es sei denn, sie packen Ihre Liguster- und Buchshecke, oben und unten warm ein. Mulch auf den Boden und Abdeckvlies ist durchaus eine gangbare Methode, doch meistens völlig unnötig. Wir haben in unserer Gegend weder jemals einen erfrorenen Liguster, noch einen Buchs entdecken können. Ältere, über 1-2 Jahre eingewachsene Hecken sind kaum gefährdet, die Frostleichen sind fast ausschließlich Exemplare in Töpfen.

Beim Buchs, der tatsächlich wintergrün ist, brauchen Sie sich auch keinerlei Gedanken machen. Die ersten Triebe, die abfrieren "könnten", sind natürlich die, die weit herausstehen. Also genau die, die Sie "geringfügig stutzen" wollen.

Unserer Erfahrung nach, macht das dem Buchs überhaupt nichts aus. Viel wichtiger ist, daß Sie den Buchs auch im Winter gelegentlich mal gießen. Buchsbäume, die über den Winter rötliche oder braune Blättern bekommen, haben keinen wirklichen Frostschaden erlitten! Stattdessen sind sie halb verdurstet, weil niemand daran denkt, daß auch wintergrüne Pflanzen nicht 3 Monate ohne Wasser auskommen!

Eine andere Form des Frostschadens ist der "Sonnenbrand". Wenn im Winter längere Zeit die Sonne scheint, aber der Boden noch gefroren ist, kommt es gern dazu. Dann verdunsten die Blätter viel Wasser, es kann aber keines über die Wurzeln nachfließen.