Weihnachtsbaum recyceln

Was tun mit dem alten Weihnachtsbaum? Zum Wegwerfen viel zu schade, denn er ist bis auf die Nadeln komplett nutzbar. In dieser Bastelanleitung erfahren Sie, was man draus machen kann.

Weihnachtsbaum Upcycling"Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum- so unterschätzt, man glaubt es kaum"... Und das ist genau der Grund, warum wir mal wieder ein biss chen Bastelfreude verbreiten. Denn gigantische Mengen an Christbäumen, die nach Weihnachten der Vernichtung zum Opfer fallen, könnten auch sinnvoll genutzt werden - vorausgesetzt man hat die Zeit dazu. Doch eine DIY-Aktion (Do It Yourself), ist für viele auch eine schöpferische Ablenkung und wird damit zu einem angenehmen Selbstzweck.

Einen Weihnachtsbaum wiederverwerten? Wie soll das gehen?

Form erkennen und nutzenBeginnen wir also mit unserer kreativen Selbsttherapie, indem wir uns die Spitze eines Weihnachtsbaums besorgen. Im neuen Jahr stehen diese zu tausenden auf der Straße herum und warten auf ihre kostenträchtige Entsorgung durch die Kommunen. Das ist aber noch nicht alles zum Thema Geld, denn er hat auch den Käufer etwas gekostet! Es ist zwar Blödsinn zu behaupten, die 20 Euro kriegen wir raus, doch es ist durchaus möglich damit 50 Euro zu sparen, die man sonst hätte ausgeben müssen. Es befinden sich nämlich bis zu fünf Küchenutensilien in einem Weihnachtsbaum, und das ist noch nicht alles.

Der Weihnachtsbaum, ein quirliges Kerlchen...

Weihnachtsbaum entrindenDer Blick geisteskranker Gärtner auf den Wachstums-Habitus einer Tanne offenbart Erstaunliches; Sie besteht aus vielen Quirlen! Denn um den Stamm befinden sich viele Seitentriebe, die radial vom Zentrum ausgehen... also warum schälen wir diese natürliche Form nicht aus natürlichem 'Abfall' und nutzen ihn für sinnvolle Sachen? Oma weiß noch wovon wir sprechen, denn das ist keine neue Idee. Unsere Variante bekommt aber noch ein modernes 'Junggesellen-Adapter", über das wohl auch unsere Vorfahren geschmunzelt hätten.

DIY, die Anleitung: Küchenquirl aus Weihnachtsbaum

Nadeln und Rinde entfernen Nachdem wir unseren eigenen Christbaum eben NICHT entsorgt haben oder die Spitze eines anderen abgeknipst haben, geht es frisch ans Werk. Zunächst wird das Ding entastet, so dass schon mal die grobe Grundform eines Quirls hergestellt ist. Nun entfernt man mit einem Cutter, scharfen Messer oder gar Kartoffelschäler sämtliche Nadeln und so viel der Rinde wie möglich. Sehr vorteilhaft ist es dabei Handschuhe zu tragen, denn so ein Weihnachtsbaum ist extrem harzig. Und selbiges ist ein Problem, das eine clevere Lösung erfordert. Denn niemand möchte, dass bei späterer Benutzung des Quirls das Essen nach Weihnachtsbaum schmeckt! Ergo denken wir darüber nach, wie sich Harz lösen läss t und kommen zu einem simplen Ergebnis: Heißes Wasser... Den grob entrindeten Stumpf werden wir jetzt also auskochen, um einen weiteren Vorteil dieser Methode festzustellen.

Holz mit einfachsten Mitteln entharzen

Harz auskochen Nach etwa 10 Minuten in kochendem Wasser kann der künftige Quirl entnommen werden. Er fühlt sich schleimig an und sollte danach nochmals mit heißem Wasser abgespült werden. Alles, was sich von der restlichen Rinde nun rötlich gefärbt hat, muss noch entfernt werden. Denn in der Rinde befindet sich der Großteil des Harzes, und den wollen wir komplett verschwunden wissen. Ein Cutter mit schmaler Schneide eignet sich sehr gut dafür, weil er nicht nur schneidet, sondern auch 'abzieht'. Und dieser Vorgang ist damit herzustellen, dass man die Schneide senkrecht zum Holz stellt. So fühlt man auch eindeutig, ob man auf schwammiger Rinde oder hartem Holz kratzt. Danach ist ein zweiter Kochvorgang nötig, weil man ja nie die harzige Rinde rückstandslos abbekommt. Und man wird danach erstaunlicherweise sehen, wie unsauber man gearbeitet hat. Glauben Sie es mir einfach!

Basteln mit dem Weihnachtsbaum. Das Finish folgt am Ende

Ausbeute Ist alles sauber entrindet, ist es an der Zeit den Feinschliff zu beginnen. Nach wenigen Minuten Trocknungszeit kann schon begonnen werden. Alle Astvorsprünge am Stiel werden abgeraspelt und andere Unebenheiten überall abgeschliffen. Das ist die Vorbereitung um das Ganze ölen zu können, damit unser neuer Quirl sich nicht sofort mit Feuchtigkeit vollsaugt, wenn er benutzt wird. Im Prinzip ist das völlig egal, er läss t sich dann aber viel besser abwaschen. Geeignete Öle sind z.B. Walnuss-, Oliven- oder Leinöl, wobei Letzteres der Favorit ist. Es härtet nämlich im Gegensatz zu den Vorgenannten über die Zeit aus, wohingegen Sonnenblumenöl auf ewig klebrig bleibt. Bevor wir jedoch ölen, sägen wir noch die untere Spitze ab. Dass wir etwas mehr stehen gelassen haben, hat den Hintergrund, dass das Holz im kochenden Wasser hätte reißen können. Bei zu schnellem Trocknen tut jegliches Holz das auch, aber wir haben ja nun zur Verzögerung Öl draufgetan.

Christbaum wiederverwenden- bei uns nicht ohne...

JunggesellenadapterSchließlich kommen wir zur versprochenen Neuheit. Es ringt uns ein amüsiertes Kichern ab, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, dass manuelle Küchenutensilien nicht in einen Akkuschrauber passen. Die Stieldurchmesser von Löffeln, Schneebesen, Quirlen und Co sind dafür einfach zu dick! Standard für ein Bohrfutter sind 10mm und alles Kaufbare liegt deutlich darüber. Zweifellos ist es deshalb jetzt mal an der Zeit die Küche junggesellenkompatibel, und den Kauf einer ähnlich gearteten Küchenmaschine damit überflüssig zu machen. Deshalb haben wir uns die Mühe gemacht den oberen Schaft bohrfutterfähig zu machen, was durchaus in einer neuen Serie von vormals manuellen Küchenutensilien enden könnte.

Aber wir haben noch etwas anderes als den Quirl versprochen. Schauen Sie sich den zum Schluss abgesägten Abschnitt an. Er ist wunderschön und weniger als 2cm dick. In einem Weihnachtsbaum von 1,50 mtr befinden sich also auch mindestens 60 oberkultige Schubladen-, Möbel- oder Kleidungsknöpfe... es hat sie nur noch nie jemand entdeckt.

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